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Brick

 

Brick, 2005

 
Poster zu 'Brick' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Rian Johnson ("Evil Demon Golfball from Hell!!!")
Drehbuch: Rian Johnson
Darsteller:Joseph Gordon-Levitt, Nora Zehetner, Lukas Haas u.a.
Verleih:

Senator
Genre:

Drama/Mystery
Länge:110 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Es klingt wie ein Thriller Noir aus längst vergessenen Tagen: Ein mürrischer Außenseiter macht sich große Sorgen um seine Ex-Freundin, da er diese noch sehr liebt. Als sie dann plötzlich spurlos verschwindet, scheinen seine Befürchtungen wahr zu werden. Er macht sich verzweifelt auf die Suche und findet schließlich die Leiche seiner Verblichenen. Diagnose: Mord. Der Außenseiter setzt nun alles daran, den Mörder seiner Geliebten ausfindig zu machen. Er folgt den Hinweisen und dringt ein in eine ihm fremde Welt, voller zwielichtiger Gestalten. Alle Fährten scheinen zu einem Unterweltboss im Drogenmilieu zu führen.

Bild 1 zu Brick
Eine der faszinierendsten und traurigsten Einstellungen in „Brick“.

Und das Ganze ist in schwarz-weiß und alle tragen Trenchcoats und rauchen eine Zigarre nach der anderen? Überraschung!!! So ist es nämlich nicht, denn Kinodebütant Rian Johnson verlegt seine 40er Jahre- Detektiv- Story in eine Highschool-Kulisse im Hier und Jetzt. Der Einzelgänger nennt sich Brendan Frye (Joseph Gordon-Levitt) und will dem Tod seiner Ex-Freundin Emily (Emilie de Ravin) auf den Grund gehen, die offensichtlich in die finsterste Schicht der Highschoolszene abgerutscht ist und dort kläglich verendete. Mit Hilfe seines Kumpels „The Brain“ (Matt O´Leary) taucht Brendan ein in die Welt der Cliquen, bis er schließlich beim bekanntesten Drogendealer der Stadt „The Pin“ und dessen Handlanger Tugger (Noah Fleiss) angelangt. Schnell muss er feststellen, dass er sich damit auf tödlich dünnes Eis begeben hat. Wem kann er trauen? Wer hat Emily getötet und aus welchem Grund? Und welche Rolle spielt die mysteriöse Laura (Nora Zehetner) in diesem perfiden Drama?

Kritik:


„Autobahn“ heißt die neue Produktionssparte des Senator Filmverleihs, die vor etwa einem Jahr das Licht der Welt erblickte. Dieses Label wurde gegründet um die heikleren Ergüsse der Filmemacher auf die Leinwand zu bringen, die weniger darauf zielen eine breite Masse zu befriedigen. Hier lässt man dann auch nichts aus. Das Publikum soll mit künstlerisch wertvollen, topaktuellen und unverschämt gewagten Thematiken in Kontroverse verstrickt werden. Der äußerst mutige, aber weniger kunstvoll geratene „Rothenburg“ sollte den Auftakt geben und den Erfolgsweg für „Autobahn“ ebnen. Doch, wie wir alle wissen, wurde dieses Unterfangen gerichtlich gestoppt. Zum Glück, muss man sagen! Wo doch David Slades packendes Erstlingswerk „Hard Candy“ über Lynchjustiz und Kinderschändung eine viel bessere Figur macht und dem neuen Label einen gelungenen Start beschert. „Brick“ ist nun der zweite bzw. dritte im Bunde und schafft es doch tatsächlich seine beiden Mitgefährten zu überflügeln.

Bild 2 zu Brick
Brendan weiß nicht ob er Laura trauen kann.

Schon die Entstehung von „Brick“ ist eine lange Geschichte voller Schweiß und Tränen, die sich über ganze 7 Jahre hinweg zieht. Alles begann 1998. Ein sehr unerfahrener, aber keineswegs unambitionierter Regisseur namens Rian Johnson, spinnt in seinem Köpfchen eine Idee zusammen. Er nimmt sich fest vor diesen Einfall in Spielfilmlänge umzusetzen und damit die Welt zu erobern und das obwohl er gerade mal ein Kurzfilmchen auf der Habenseite stehen hat. Er beginnt penibel zu sparen und sich jeden Cent von Verwandtschaft und Bekanntschaft zusammen zu schnorren, während er weitere Erfahrungen sammelt, z.B. im Cutting-room zum Horror-Überraschungshit „May- Die Schneiderin des Todes“. Nachdem er sein Kapital 2004 auf stolze $ 500.000 aufgestockt hat, begibt er sich ans Werk. Zu seinem Glück kann er ein paar einigermaßen bekannte Gesichter als Schauspieler für seine Thriller Noir- Hommage gewinnen. Als 2005 die Dreharbeiten beginnen und letztendlich abgeschlossen werden, verbarrikadiert er sich in seinem Büro, um sein Werk am heimischen PC mit handelsüblicher Amateursoftware zusammenzuschustern, bis es dann schließlich vollbracht ist. Womöglich ahnte er bereits, dass er da ein Meisterwerk geschaffen hat und der Erfolg gibt ihm Recht. „Brick“ räumte sowohl beim Sundance Festival als auch beim Fantasyfilm Festival Preise en masse ab. Der unsägliche Aufwand hat sich definitiv bezahlt gemacht.

Bild 3 zu Brick
Der glanzvolle Bösewicht: The Pin.

„Brick“ wird weniger durch seine Story, als durch seinen speziellen, aber äußerst pfiffigen Inszenierungsstil für Kontroverse sorgen, denn der Film schert sich einen Dreck darum, wem er mit seiner eigenwilligen Fusion aus 40er-Jahre-Hommage und Highschool-Thriller auf die Füße treten könnte. „Brick“ will nicht unbedingt gefallen und wird er auch nicht, zumindest nicht jedem. Gelegen kommt da, dass Johnson kein geldgeiles Studio im Nacken sitzen hat, denn so kann er die Ecken und Kanten seines Films wahren. Ohnehin ist Johnson ein außergewöhnliches Exemplar unter den Regisseur. Die Filmwelt braucht Leute wie ihn, die mit Leib und Seele bei der Arbeit sind und alles in ihr Werk stecken was sie zu geben haben, denn nur solche Ausnahmetalente können für frischen Wind und Innovation sorgen, ganz anders wie die „großen“ Regisseure wie Spielberg oder Bay, die sich ihren Ruf zwar redlich verdient haben, aber der Ehrgeiz immer mehr der Routine platz macht.

Bild 4 zu Brick
Nur einer der ominösen Hinweise.

Ob der Wind in „Brick“ frisch ist, sei mal dahin gestellt. Fest steht, dass er erfrischend anders ist. Die Idee einen Detektivthriller in die Highschool zu versetzen erweißt sich als phänomenaler Coup, nostalgisch und durch und durch cool. Das geht schon bei den Namen los, wo Gangstersynonyme wie „Pin“ modernen Allerweltsnamen wie Brad gegenüber gestellt werden. Des Weiteren reden die Akteure als wären ihre sprachlichen Fähigkeiten 60 Jahre in die Vergangenheit gereist. Die Charakterzeichnung ist gewollt klischeebeladen, ganz den Vorbildern nach empfunden: Es gibt den mürrischen Helden (Joseph Gordon-Levitt), dessen allwissender Beistand (Matt O´Leary), die mysteriöse Femme Fatale (Nora Zehetner), die leidende Unschuld (Lost-Star Emilie de Ravin), den gefährlichen Schläger (Noah Fleiss), den undurchschaubaren Schurken (Noah Fleiss) und diverse skurrile Charaktere, deren Schultätigkeiten als Metaphern dienen. So ist die Schauspielgruppe um Meagan Good ein lasziver Moulin Rouge- Verschnitt. Das Ensemble erledigt seine Aufgabe ausnahmslos gut und speziell Joseph Gordon-Levitt, den ich hiermit zum meinem „Actor of the year“ ernenne, überzeugt, als knallharter, aber doch sympathischer und verletzlicher Außenseiter.

Bild 5 zu Brick
The Brain (r.) steht Brendan mit Rat und Tat zur Seite.

Die Handlung fällt nicht sonderlich aus dem Rahmen, was sie auch gar nicht nötig hat. Der größte Teil des Films besteht aus dialoglastigen Szenen, die jedoch gerade wegen des nostalgischen Flairs packend sind. Brandon geht in Detektivmanier auf Spurensuche, wobei selbstverständlich jede Menge dramaturgische Wendungen und Überraschungen auf das Publikum warten. Er hangelt sich von einer Station zur nächsten, verhört eine Person nach der anderen, begibt sich von einer gefährlichen Situation in die folgende, um schließlich dem Geheimnis rundum Emilys Tod auf die Schliche zu kommen. Das Spionage, Verrat und Druck von einer höheren Macht, nämlich vom Schuldirektor, auch im Plot ihre Nische finden, versteht sich von selbst. Obwohl nichts an der Handlung wirklich neu ist, wirkt das alles einfach unglaublich innovativ, da die Geheimzutat, der Schul-Backround, wie ein Ganzkörper -Lifting auf den Thriller Noir wirkt. Der Retro-Soundtrack verleiht „Brick“ den letzten charmanten Schliff und man fragt sich tatsächlich, wann denn nun einer der Teenager sich einen Trenchcoat überwirft. Gekonnt gegensätzlich wirkt dazu die Optik. Helle Bilder paaren sich mit einer wundervollen, manchmal wilden Schnitttechnik und der visuelle Eindruck des Films kommt überraschend modern und durchgestylt daher, ganz anders als in den 40ern.

Bild 6 zu Brick
Brendan und Emily lieben sich noch immer.

Sicherlich ist es von Nöten sich auf die verdrehte Welt von „Brick“ einlassen zu können, um Gefallen daran zu finden. Wer die Idee nur belächeln kann und als Schwachsinn abtut bzw. wer sich nicht in die Geschichte hineindenken kann und die Figuren für normale Teenager hält, die seltsame Rollenspiele betreiben, ist mit diesem kleinen Meisterwerk sicherlich nicht gut bedient. Die Feinschmecker unter den Kinogänger sollten sich allerdings den mit Abstand coolsten und innovativsten Film des Jahres auf keinen Fall entgehen lassen.

Fazit:


Eine nostalgisch-coole Offenbarung: der Thriller Noir der 40er stößt auf die Schulwelt von heute. 4,5 Filmklappen + 0,5 um die unglaublich harte und riskante Arbeit von Kinodebütant Rian Johnson zu huldigen.
 

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Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

20.09.2006

Aufgerufen:

6077 Mal

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