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 | Black Snake Moan |  | | |
Black Snake Moan, 2006 | |
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| deutscher Start: | 2007 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Craig Brewer ("Hustle & Flow") |
| Drehbuch: |
Craig Brewer |
| Darsteller: | Christina Ricci, Samuel L. Jackson, Justin Timberlake u.a. | | Verleih: | UIP | | Genre: | Drama/Romanze | | Länge: | 115 Minuten | | FSK:
| ab 16 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Black Snake Moan" | 
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Inhalt:
Rae (Christina Ricci) ist völlig am Ende. Sie ist vollkommen Pleite und sexsüchtig und da kommt ihr der Kriegseinzug ihres Freundes Ronnie (Justin Timberlake) natürlich gar nicht gelegen. Von nun an muss sie sich erstmal alleine in einer winzigen Kleinstadt in Tennessee über die Runden bringen, steigt mit einigen Männern ins Bett und dröhnt sich mit Alkohol und anderen Substanzen zu, woraufhin sie verprügelt und am Straßenrand liegen gelassen wird. Sie wird vom Gemüsefarmer Lazarus (Samuel L. Jackson) gefunden, der vor kurzem von seiner Frau verlassen wurde und eine Vorliebe für Blues pflegt.
Ein schwerer Abschied für Rae und Ronnie. Lazarus kennt Rae allzu gut, denn in der Stadt ist sie bereits als Schlampe verschrien. Er versucht sie gesund zu pflegen, zumal sie schwere Verletzungen und hohes Fieber hat. Nachdem Rae wieder einigermaßen bei Sinnen ist, würde sie ihren Sex- und Drogenstreifzug gerne vorsetzen, hat die Rechnung allerdings ohne Lazarus gemacht. Von nun an hält er sie gefangen, um sie von ihrer Nymphomanie zu heilen und ihr zu helfen ihre Vergangenheit zu überwinden. |
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| Kritik:
Christina Ricci ist dafür bekannt riskante und außergewöhnliche Rollen zu spielen. Zurecht wird sie als Independent-Queen unter den Schauspielerinnen gehandelt. Was sie sich aber in ihrem neuen Film, dem Drama „Black Snake Moan“ von Craig Brewer traut, verlangt großen Respekt. Nicht nur dass sie gut 2/3 des Films so gut wie nackt verbringt, sie spielt auch noch eine vom Leben gebeutelte White-Trash-Nymphomanin und kann dabei sogar einem Giganten wie Samuel L. Jackson Paroli bieten. Als weniger offenherzig erwies sich ihr Kollege Justin Timberlake. Er sorgte im Vorfeld für Schlagzeilen, da er darauf bestand seinen nackten Hintern aus dem Film heraus zu schneiden. Außer Christina Ricci, einen gewohnt superben Samuel L. Jackson und Popstar Justin Timberlake hat „Black Snake Moan“ aber auch noch so einiges mehr zu bieten, denn obwohl die Story wie ein beklemmendes Drama klingt, ist Brewers Werk humorvolles Feel-Good-Unterhaltungs-Kino auf hohem Niveau.
Sexy: Christina Ricci. Eigentlich erzählt „Black Snake Moan“ eine recht simpel gestrickte Story, nämlich die von 2 verlorenen Seelen, die sich gegenseitig von ihrem Leid erlösen. Wie Brewer aber diese Geschichte anordnet, 2 komplett gegensätzliche Charaktere aufeinander los lässt und Elemente hinzumischt, die man hier nie erwartet hätte, macht „Black Snake Moan“ wahrlich zu einem besonderen Film. Speziell die erste Hälfte ist dermaßen überdreht mit Exploitation-Einschüben angereichert und Over-the-top inszeniert, dass es so richtig Spaß macht. Es geht direkt los mit einer heißen Sexszene, Christina Ricci, die sich erregt im Gras herumwälzt, einer Prügelei, einem Besäufnis, einem Drogenrausch und einer Fast-Vergewaltigung. In diesem Durcheinander werden die beiden Hauptfiguren so nebenbei eingeführt, was auch prächtig funktioniert. Sobald Lazarus die verletzte Rae findet und bei sich zu Hause auf nimmt, wird es erst so richtig schräg. Hier paaren sich Halluzinationen mit Fieberschüben, die inszeniert werden als sei Rae von einem Dämon besessen und Lazarus führe ein Exorzismus-Ritual an ihr durch. Diese Aneinanderreihung von abgehobenen Ideen gipfelt in einer Szene, in der Lazarus die benommene Rae kurzer Hand mit einer Eisenkette an ein Rohr fesselt und ihr erklärt, sie dürfe solange nicht gehen, bis er sie von ihrer Nymphomanie geheilt habe. Das ist natürlich ein überdrehtes Statement zum Rassenkonflikt. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass während des Films immer wieder biblische Bezüge aufgegriffen werden.
Gefangen gehalten wie eine Sklavin: Rae. Der Kniff in „Black Snake Moan“ ist, dass Szenen, die auf dem Papier dramatisch und geradezu schockierend wirken, auf der Leinwand zum Schreien komisch sind, so z.B eine Sequenz, in der Rae das Weite suchen will, Lazarus sie aber an der Eisenkette mit aller Gewalt zurück ins Haus zerrt. Derlei skurrile Momente tauchen im Film immer wieder auf und seien es nur passend gewählte Blicke der Darsteller oder die knackigen One-Liner von Samuel L. Jackson. Die beiden Schauspieler schießen hier herrlich über das Ziel hinaus und hauen auf die ohnehin schon völlig überzeichneten Charaktere eine gute Schippe drauf. Trotzdem rutscht „Black Snake Moan“ nie ins parodistische ab, sondern hält immer die Waage zwischen verrückter Tragikomödie und ernstzunehmenden Drama, das seine Charaktere und ihre Probleme auch tatsächlich ernst nimmt. Zu danken ist hier vor allen Dingen Christina Ricci und Samuel L. Jackson, die ihren Figuren auch Gefühle einhauchen und ihr Innenleben gekonnt nach außen kehren. Diese Überdrehtheit, die den Film über weite Strecken durchzieht, erweist sich im letzten Drittel aber als zweischneidiges Schwert. Hier macht Craig Brewer einen Fehler, indem er den zynischen Humor zurück nimmt und die Tragik der Figuren in den Vordergrund stellt. Wenn „Black Snake Moan“ nun wirklich einmal berühren oder aufrütteln will, funktioniert das nicht immer, da man den Film zwangsläufig nicht mehr ganz für Voll nehmen kann. Das letzte Drittel ist dann, im Gegensatz zum Rest, fast ein bisschen zu gewöhnlich geraten, weiß aber dank der beiden brillianten Hauptdarsteller trotzdem noch sehr gut zu unterhalten.
Samuel L. Jackson nahm für den Film Gitarrenunterricht. Ein großer Teil des Charms von „Black Snake Moan“ macht zum einen die kleinstädtische Südstaaten-Kulisse zum anderen natürlich der tolle Soundtrack aus. Craig Brewer legte offensichtlich großen Wert auf die musikalische Gestaltung, so untermalt er sehr viele Szenen mit lässigen Blues- und Countryklängen und gibt seinen Darstellern sogar mehrfach die Möglichkeit zur Gitarre zu greifen und selbst ein Liedchen zu trällern. Diese Szenen retten dann auch vor einem größeren Qualitätsabsturz im Schlussakt, zum einen in einer sehr atmosphärischen Erlösungs-Sequenz, zum anderen in einer ausgelassenen Partyszene. Weniger achtsam ist Brewer leider mit seinen Nebenfiguren umgesprungen. Die wirken größtenteils ziemlich wahllos und versatzstückhaft in den Plot hineingepresst. Speziell die Rolle von Justin Timberlake, die eigentlich eine zentrale Position einnimmt, hätte wesentlich mehr her gegeben. Mr. Timberlake selbst gibt sich zwar sichtlich Mühe, kommt aber nie ansatzweise an seine beiden Kollegen heran.
Aus Feinden werden Freunde. Trotzdem ist „Black Snake Moan“ letztendlich eine sehr positive Überraschung, genießt sogar eine Ausnahmestellung in der heutigen Filmlandschaft, da er eine erfrischende Eigenständigkeit und Außergewöhnlichkeit vorzuweisen hat. Statt einem schockierenden Drama über 2 gebeutelte Außenseiter, gibt es eben einen abgehobenen Genre-Mix mit fast schon karikativ angelegten Figuren, den man zwar, trotz vieler ernsthafter Ansätze und einer erstaunlichen Authentität, nicht zwingend glaubhaft nennen muss, der sich aber nirgendwo so recht einordnen lassen will und gerade deswegen unbedingt einen Blick wert ist. Hier geht eben alles einen sehr gesunden Weg, wenn auch einen ganz anderen als erwartet. |
| | Fazit: Was auf dem Papier wie ein verstörendes Psycho-Drama aussieht, erweist sich als tragikomische, hochunterhaltsame Stil-Mixtur, mit reichlich Exploitation-Einschüben und 2 brillanten Hauptakteuren. |
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