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 | Birth |  | | |
Birth, 2004 | |
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| deutscher Start: | 2004 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Jonathan Glazer ("Chaos") |
| Drehbuch: |
Jonathan Glazer, Jean-Claude Carrière, Milo Addica |
| Darsteller: | Nicole Kidman, Cameron Bright, Danny Huston u.a. | | Verleih: | Warner Home Video, New Line | | Genre: | Drama/Mystery/Romanze | | Länge: | 100 Minuten | | FSK:
| ab 12 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Birth" | 
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Inhalt:
Zehn Jahre nach dem plötzlichen Tod ihres geliebten Mannes Sean befreit sich Anna (Nicole Kidman, „Unterwegs nach Cold Mountain“) endlich aus dem Tal der Schatten – sie will ein neues Kapitel beginnen und den charmanten und gebildeten Joseph (Danny Huston, „Aviator“) heiraten, der der schönen jungen Witwe schon seit drei Jahren geduldig den Hof macht.
Seans Tod ist erst der Anfang einer...
Auf der Verlobungsparty taucht wie aus dem Nichts ein ungeladener Gast auf: Ein kleiner Junge, der mit Anna allein sprechen möchte. Anna gibt einer plötzlichen Eingebung nach und begleitet den Kleinen in die Küche. Dort behauptet er, er sei ihr verstorbener Mann Sean. Und er warnt sie vor der Ehe mit Joseph. Dann schlägt er vor, Fragen zum Leben des toten Sean zu beantworten – sein Wissen ist unheimlich... |
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| Kritik:
So unterschiedlich die Menschen dem Tod begegnen, so vielseitig sind die Theorien verschiedener Kulturen und Völker, wenn es um das Leben danach geht. Oft wird die Auffassung der Wiedergeburt oder den Eintritt ins Himmelreich vertreten und obwohl ich nicht selbst an Gott glaube, würde ich eines von beiden bevorzugen. Ein endgültiges Ende? Der Gedanke ist unerträglich. Regisseur Jonathan Glazer („Sexy Beast“) scheinbar auch, und so lässt er kurzerhand den Realist Sean als zehnjährigen Burschen wiederauferstehen. Realist, weil der Wissenschaftler schon zu Beginn deutlich macht, dass er keinen Funken Wahrheit den religiösen Thesen über Tod und Vergänglichkeit zu spricht. Es muss Sean gar zynisch vorkommen nun als Kind durch die Welt stapfen zu müssen. Wer jetzt aber ein komödiantischen Aufguss à la „Big“ erwartet, liegt total falsch. Das wäre allein schon deshalb nicht möglich, weil neben Glazer unter anderem auch Milo Addica („The King“) am Skript mitarbeitete. Der Name Addica wird vielen vielleicht nichts sagen, aber eventuell sein erschüttender Film „Monster’s Ball“ mit Halle Berry und Billy Bob Thornton. In dem schwerverdaubaren Drama verliebt sich eine Frau in den Vollstrecker ihres Mannes, der durch dessen Hand das Zeitliche auf dem elektrischen Stuhl segnet. Eine schockierende Situation für die vom Schicksal gezeichnete Witwe und dem bisher gefühlskalten Scharfrichter. Beide verlieren die Kontrolle über Liebe, Hass, Zuneigung und Abneigung.
Gefangen in einem fremden Körper, versucht Sean seine Anna zu überzeugen.
Addicas Händchen für derartige vertrackte Gefühlsspiele reflektiert sich in „Birth“ wieder und bietet auch den einzigen brauchbaren Diskussionsstoff im Anschluss des Films. An Regisseur Jonathan Glazer ging ebendiese Feststellung, nachdem die Hälfte der Produktionszeit verstrichen war, auch nicht vorbei. Und so packte er ohne Bedenken Anna (Nicole Kidman) und den halbwüchsigen Sean (Cameron Bright, „Godsend“) in prekäre Situationen. Da wäre eine Badewannenszene, ein gefühlsbetonter Kuss oder das offenherzige philosophieren darüber, ob ein Bengel im Stande wäre die Bedürfnisse einer erwachsenen Frau in sexueller Hinsicht zu stillen. An solchen Stellen fragte ich mich wie tief „Birth“ noch sinken würde, um nach Aufmerksamkeit zu buhlen. Nicht das ich prüde bin, aber ich denke derlei erotisch angehauchte Szenen zwischen einem Kind und einer erwachsenen Person haben auf Zelluloid keine Berechtigung. Welches Ziel soll damit auch verfolgt werden? Eine Diskussion, ob Kind und Erwachsene ein Recht auf die physische und psychische Liebe haben dürfen? Absurdum. Ich denke, vielen hätte auch der platonische Gedanke gereicht. Dann hätte wiederum „Birth“ der Zunder gefehlt um überhaupt ins Gespräch zu kommen und zu bleiben.
Gewöhnungsbedürftig, aber nicht unschön: Nicole Kidman mit Kurzhaarschnitt.
Der Sachverhalt ist aber nicht der einzige, der mich zu einer schlechten Wertung treibt. Glazers nicht vorhandener Sinn für abwechslungsreiche Kameraschwenks in „Birth“ treiben einem Tränen der Müdigkeit in die Augen. So malerisch schön es ist den agierenden Personen das Bild zu überlassen oder immer wieder erneutes heranzoomen anzuwenden, desto quälender kann es für den Betrachter nach der X-Wiederholung werden. Hinzu kommen die wiederkehrenden Farben braun/grau, die ein Gros der Sets ausmachen und belanglose Standartcharaktere, worunter die meisten eher Beiwerk sind statt zur Unterhaltung beizutragen - Nicole Kidman ausgeschlossen! Sie darf die schwere Bürde der einsamen Alleinunterhalterin in dem Kaugummiwerk tragen. Obwohl hochprozentige Lethargie herrscht, ist sie die Oase in der Wüste und manifestiert erneut ihr Talent. Als einziger Lichtblick schlürft sie mit ihrer lebendigen Mimik von einer zur nächsten langweiligen Filmklappe und zerrt hinter sich ihren jungen Schauspielkollegen Cameron Bright her. Bedauerlicherweise lässt die Rolle keine Bewertung seines Talents zu, denn Seans Persönlichkeit beruht auf Diplomatie und melancholischem Verhalten. Ihm ist nämlich bewusst, dass ein Handeln im Affekt nur Unglaubwürdigkeit hervorruft und von dem Ziel Anne wiederzubekommen wegtreibt. Weitere emotionale Konflikte würden außerdem Kidman den Platz zur Entfaltung ihres Charakters rauben und die Situation nur überdramatisieren. |
| | Fazit: Mit „Birth“ wurde eine eigentlich bewegende Idee in den Sand gesetzt. Obwohl der Score (Komponist Alexandre Desplat, „Hostage – Entführt“) auffallend gut die mysteriösen Umstände verdeutlicht und der auf der Zielgeraden auftauchende Plottwist zum nachdenken anregt, stören dann immer noch unübersehbar die kargen Dialoge und das schale Ambiente. Jonathan Glazers zweistündige Wartezimmer fehlen einfacher gesagt die Höhepunkte. |
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