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Ben X

 

Ben X, 2007

 
Poster zu 'Ben X' kaufen
deutscher Start:2008
Herstellungsland:USA
Regie:Nic Balthazar
Drehbuch: Nic Balthazar
Darsteller:Greg Timmermans, Laura Verlinden, Marijke Pinoy u.a.
Verleih:

Kinowelt
Genre:

Drama
Länge:94 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Ben (Greg Timmermans) lebt in seiner eigenen Welt, die hauptsächlich aus dem Computerspiel, oder besser: dem Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel (MMORG) „Archlord“ besteht. Hier meistert er Schlachten, ist anerkannt und besteht als tapferer Held die gefährlichsten Abenteuer.

Bild 1 zu Ben X
Ben lebt in seiner eigenen Welt.

Doch Ben ist nicht einfach nur ein Gamer; die Spielsituationen im Cyberspace helfen ihm auch, das Leben in der realen Welt zu meistern. Denn die ist für den verschlossenen Jungen die Hölle. Ben hat das Asperger-Syndrom, eine abgeschwächten Form des Autismus und kann sich seiner Umwelt kaum auf dem üblichen Weg mitteilen oder die Gefühle seiner Mitmenschen nachvollziehen. Seine Familie findet keinen Zugang zu ihm, und in der Schule wird der sensible Ben von gewalttätigen Mitschülern täglich gequält und terrorisiert. Einzig Scarlite (Laura Verlinden), seine Online-Gefährtin im Computerspiel gibt ihm Halt und Unterstützung.

Bild 2 zu Ben X
In der Schule wird Ben täglich von Mitschülern tyrannisiert.

Als seine Peiniger auch noch ein demütigendes Video von ihm ins Internet stellen, fühlt Ben sich seines Schutzraumes beraubt und er will das „Endgame“ spielen und sich das Leben nehmen. Doch da tritt das Mädchen aus dem Online-Spiel plötzlich real in sein Leben und versucht, Ben einen anderen Weg zu zeigen.

Kritik:


Das Thema des Films ist Anderssein und der Umgang der Gesellschaft mit Menschen, die eben anders sind. Regisseur Nic Balthazar zeigt in der Verfilmung seines eigenen Romans, wie wenig solche Menschen oft verstanden oder akzeptiert, ja nicht mal geduldet werden. So sind es nicht nur die mobbenden Mitschüler, die Ben terrorisieren, die ihn nicht „sein“ lassen. Das trifft genauso auf seine Eltern zu, die möchten, dass er „normale“ Sätze von sich gibt oder sich „normal“ verhält, aber ansonsten hilflos vor der Ablehnung stehen, die ihrem Sohn entgegenschlägt.

Bild 3 zu Ben X
Die Mutter weiß nicht, wie sie Ben helfen soll.

Gleiches gilt für die Ärzte und Psychologen, die seine „Abnormalität“ schon festgestellt und bewertet haben, ihn aber doch nicht verstehen können. Die Gewalttätigkeiten der Mitschüler gegen Ben stehen für den Anpassungsdruck in einer Gesellschaft, in der Anderssein immer gleichgesetzt wird mit Minderwertigkeit. Wer anders ist, wird zum Opfer, weil er auffällt. Nicht auffallen, keine Schwäche zeigen, das sind die Verhaltensmaßregeln in einem kalten, menschenfeindlichen Alltag. Leider bleiben alle anderen Charaktere außer der Figur des Ben seltsam zweidimensional, so dass man außerhalb der Interviewsequenzen nicht viel über ihre Gefühle oder ihre Motivationen erfährt, doch es spiegelt gleichzeitig Bens Erleben seiner Mitmenschen filmisch wieder. Regisseur Nic Balthazar wählt auch oft die Innenperspektive von Ben als Erzählweise, wodurch klar wird, dass sein Anderssein für ihn an sich kein Problem darstellt. Das Problem haben die anderen. Und das, was sie für normal halten, was sie sagen oder wie sie sich verhalten, kommt Ben manchmal sehr merkwürdig vor. Um sich anzupassen, filmt Ben das „normale“ Verhalten der anderen, um es später einzustudieren. So hält der Film den „Normalen“, den Spiegel vor und stellt die Regeln dieser Normalität in Frage. Durch die reportageartigen Sequenzen, in denen Eltern, Lehrer oder Ärzte in Interviews zu Wort kommen, wird das Thema nicht nur von allen Seiten beleuchtet, sondern es beschleicht den Zuschauer durch dieses filmische Mittel auch zunehmend ein beklommenes Gefühl. Man hat den Eindruck, dass es sich um die Dokumentation einer schrecklichen Katastrophe handelt, die unausweichlich, weil schon geschehen ist.

Bild 4 zu Ben X
Ben und sein Alter Ego im Cyberspace: BenX.

Es geht um Ablehnung, und was die bei Menschen auf Dauer auslöst, wird schon im Titel deutlich, der im Film auch der Gamername des Protagonisten ist: „Ben X“ kann auch auch „ben niks“, zu Deutsch: „ ich bin nichts“ bedeuten. So bezeichnet Ben den, den er täglich im Spiegel sieht dann auch folgerichtig selbst als „Verlierer“, der für ihn das Gegenteil des starken Helden aus dem „Archlord“- Spiel darstellt. Das Motiv des Spiegelbildes verkörpert hier die Distanz, die Ben zu der Person hat, die die anderen erleben. Als Ben dann irgendwann genug hat vom Leben, rückt er folgerichtig zuerst dem Spiegelbild zu Leibe. Der offene und vorurteilsfreie, ja fast freche Umgang mit dem Tabuthema Suizid verleiht dem Film und der Figur dieses Außenseiters Glaubwürdigkeit, und man versteht die Motive dieses jungen Mannes, in seiner hilf-und hoffnungslosen Situation diesen Schritt zu gehen. Bemerkenswert ist dabei auch die schauspielerische Leistung von Darsteller Greg Timmermans in seinem Debütfilm. Die Regie wartet mit innovativen Elementen auf wie etwa den Szenen aus dem Onlinespiel „Archlord“. Regisseur Balthazar ließ dabei Gamer nach seinen Anweisungen Szenen spielen, die dann in den Film hineingeschnitten wurden. In den Augenblicken, in denen Ben von seinen Mitschülern gequält wird, wechselt das Bild von der realen Person zum Cybercharakter, und es wird deutlich, dass Ben durch sein Alter Ego nicht nur die Kraft findet, um diese Momente durchzustehen, sondern dass das Game seine Lebenswelt ist, die für ihn mindestens ebenso echt ist wie die sogenannte Realität. Gleichzeitig vermischen sich beide Welten immer wieder; erst recht, als Scarlite, die Gefährtin aus dem Cyberspace, bei Ben auftaucht, um ihm einen anderen Weg zu zeigen.

Bild 5 zu Ben X
Bens Onlinegefährtin Scarlite taucht auf, um ihm zu helfen.

Sie verhindert in nicht nur in letzter Sekunde seinen Selbstmord, sondern macht ihm auch deutlich, dass der Tod in der realen Welt endgültig und nicht mehr umkehrbar ist wie im Cyberspace, wo man mal „für eine Weile tot “ ist. Das deutet auf eine durchaus kritische Sicht auf die Welt der Computerspiele, die der Film zu Recht einnimmt. Gleichzeitig zeigt er, dass die Cyberwelt, wie andere Gegen- oder Fantasiewelten, auch Zuflucht sein kann, die einen Menschen überleben lässt, wenn die Wirklichkeit unerträglich wird. Dieser erfrischend klischeefreie, aber dennoch ehrliche Umgang mit dem Thema Computerspiele ist ein weiterer Pluspunkt für diesen Film.

Bild 6 zu Ben X
Ben und Scarlite beim letzten großen „Quest“.

Gemeinsam planen Scarlite und Ben einen „kreativen“ Tod für Ben, den niemand so schnell vergessen soll, und der Film hält den Spannungsbogen für den Zuschauer bis zum Schluss hoch. Das Ende selbst ist dann so überraschend, dass es einem die Sprache verschlagen würde, wenn man nicht gerade im Kino säße. Es spricht für die Regie, dass sie es hier und da durchaus offen lässt, was Realität und was Cyberwirklichkeit ist, und damit dem Zuschauer noch Raum für eigene Deutung lässt.

Fazit:


„Ben X“ ist ein bewegender und aufwühlender Film über das Anderssein. Er besticht durch ein hervorragendes Drehbuch und seine innovative und intelligente Machart . Das überzeugende Regiedebüt von Nic Balthazar regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu sein und ist - Gamer oder nicht - ein sehenswerter und spannender Film.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Claudia

Eingetragen am:

01.06.2008

Aufgerufen:

8642 Mal

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Weitere Kritik:

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