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Bad Boys - Klein und gefährlich

 

Bad Boys, 1983

 
Poster zu 'Bad Boys - Klein und gefährlich' kaufen
deutscher Start:2004
Herstellungsland:USA
Regie:Rick Rosenthal ("Halloween II & VIII")
Drehbuch: Richard Di Lello
Darsteller:Sean Penn, Esai Morales, Ally Sheedy u.a.
Verleih:

Kinowelt
Genre:

Drama/Krimi
Länge:118 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Mick O`Brien (Sean Penn) verdient seine Kröten in der Dunkelheit, auf der Strasse, mit Raub, Diebstahl und Gewalt. Er ist willkürlich in der Wahl seiner Opfer, er ist gefährlich. Einziger Lichtblick in Mick`s 16 jährigen Leben ist seine ebenso junge Freundin J.C. (Ally Sheedy), welche von bösen Vorahnungen geplagt, der einzige Mensch ist der sich für Mick interessiert. Von Erziehung oder einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Mutter und Sohn kann keine Rede sein, die allein stehende Mrs. O`Brien ist mit ihrem Sohn völlig überfordert und hat jeden Zugang zu ihm verloren.Wer also sollte ihm irgendwelche Grenzen aufzeigen? Dementsprechend schreckt der junge O`Brien nicht einmal davor zurück alte Frauen zu überfallen, dass eines seiner Opfer irgendwann nicht überlebt, dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Es kommt schlimmer. Nach einem fehlgeschlagenen Überfall auf eine Latino Gang bei der bereits O`Briens Kumpel den Tod fand, überfährt Mick auf der Flucht vor der Polizei den achtjährigen Bruder des Latino-Leaders Paco Moreno (Esai Morales).

Bild 1 zu Bad Boys – Klein und gefährlich
Mick (maskiert) vor dem folgenschweren Überfall.

Der Junge stirbt, O`Brien landet längst überfällig im Jugendgefängnis und Paco Moreno schwört blutige Rache. Während Mick sich an das Gefängnisleben zu gewöhnen hat schmort Moreno draussen in seinen Rachegedanken, O`Brien muss sterben, nichts anderes kommt für ihn in Frage. Da er nicht an den Mörder seines kleinen Bruders heran kommt, hält er sich an J.C., Mick`s Freundin. J.C. wird von Moreno überfallen, zusammengeschlagen und brutal vergewaltigt.

Bild 2 zu Bad Boys – Klein und gefährlich
J.C. auf dem Weg in ihr Unglück. Ob Noé (Irreversible) diese Szene kennt?

Nur einer Polizeistreife ist es zu verdanken, dass Moreno an der Vollendung seines Aktes der Rache gehindert wird und J.C. wie geplant von einem Kumpan erschießen lassen kann. Jedoch hat man Paco Moreno nun auch an den Eiern, und er landet trotz Warnungen der beiden umsichtigen Aufseher wegen der Ignoranz des Anstaltsleiters genau in O`Brien`s Abteilung des Jugendgefängnisses. Die Situation spitzt sich zu, Mick hat kein Interesse an weiteren Auseinandersetzungen, aber Moreno`s Hass ist ungebrochen und sein Schmerz schreit nach Vergeltung. Mick hat die Chance nach nur noch sechs Monaten wieder auf freien Fuß zu kommen, zurück zu J.C., aber wird ihm Moreno die letzte Chance auf ein Leben in Freiheit lassen, oder wird einer der beiden sterben?

Kritik:


Wer im jungen Jahrtausend den Streifen „Bad Boys“ erwähnt, dürfte es nicht leicht haben, sofern er den ursprünglich ersten Film dieses Namens mit Sean Penn meint. 1983 war dieser Titel Programm, hier agieren nicht wie danach smarte Upper Class Prinzen mit hervorragender Bildung und Butler, sondern kleine Schauspieler in einem Streifen mit noch kleinerem Budget. Sie sind hier die Jungs von der Strasse, der störenden Abschaum um den sich niemand kümmert und den niemand haben will. Wer hier eine Action Komödie im Stile von „Hui, mein Lieblings MTV Rapper dreht jetzt auch coole Filme“ erwartet, der braucht erst gar nicht weiter zu lesen. Das wirkliche Leben ist weniger eine Action Komödie, als ein Drama und dieser Film handelt vom wirklichen Leben. Die in den Straßenschluchten und Hinterhöfen von Chicago gedrehten Bilder sind düster und nüchtern, es gibt nur Neonlicht, Täter, Opfer, Asphalt und Blut, die Nacht ist Denen um die es hier geht. Selbst das trostlose Zuhause O`Briens vermag keinerlei Behaglichkeit auszustrahlen, auch hier dunkle Bilder in Moll. Im rauen Gefängnisalltag spielt für O`Brien seine Verantwortung für den Tod des kleinen Jungen weiterhin keine Rolle, Gefühle wie Schuld, Reue, Gnade und Verzeihen sind hier genauso wenig angebracht wie auf der Strasse und O`Brien kann schon lange nicht mehr weinen.

Bild 3 zu Bad Boys – Klein und gefährlich
Hass & Gewalt sind im Jugendgefängnis allgegenwärtig.

Der Film zeichnet jedoch niemals nur dunkle Bilder. Während der Text auf der Tafel am Eingang zur Jugendstrafanstalt zu Beginn noch wie ein makabrer Scherz klingt (Justice with mercy), zeigt sich in der Folge, dass dies im Vergleich zum Erwachsenenvollzug oder anderen, realen Methoden des Jugendstrafvollzugs in Amerika so abwegig gar nicht ist. Zumal Mick hier zum ersten Mal auf erwachsene Menschen trifft, die ihn respektieren, fordern und die ihm Grenzen setzen. Diese Personen verkörpern der Aufseher und Lehrer Gene Daniels (Jim Moody), sowie der Sozialarbeiter Ramon Herrera (Reni Santoni). Während der Lehrer die erschreckenden Bildungsrückstände der Insassen ans Tageslicht bringt und versucht, daran etwas zu ändern, schafft es Herrera mit der Zeit so etwas wie ein Vertrauensverhältnis zu O`Brien wachsen zu lassen, mit dem Erfolg, dass Mick sich eines Tages entscheidet, den Teufelskreis der Gewalt und seiner damit drohenden Knastkarriere zu durchbrechen. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter, steiniger Weg, der größte Brocken kommt erst noch, Paco Moreno. Die Story mag auf den ersten Blick banale Züge haben, in Wahrheit ist es ein bisweilen sehr fein gezeichnetes Psychogramm so genannter Lost Boys, eine Geschichte von Ursache und Wirkung, unterdrückten Gefühlen, dem Versagen der Eltern, Sehnsucht, Ehre, Beeinflussung und Gruppenzwang, Mut und Feigheit, der Hilflosigkeit der Gesellschaft und der Macht der eigenen freien Entscheidung.

Bild 4 zu Bad Boys – Klein und gefährlich
Die Aufseher werden der Gewalt unter den Gefangenen nicht Herr.

Der Film gibt sich nicht abgehoben moralisch und verurteilt Gewalt als solches. Im Gegenteil erkennt er die Realität und Allgegenwärtigkeit der Gewalt an, zeigt sie als das was sie ist, häufiges, manchmal einziges Mittel zur Konfliktbewältigung. Dies jedoch nicht so ausschließlich und bis zur letzten Konsequenz als Weg zur Erlösung, zu innerer Freiheit wie in Scorsese`s Taxi Driver, an den der Film bisweilen (im Anfangsteil) in Bild und Ton zu erinnern vermag. Exemplarisch ist Mick`s Zellengenosse und späterer Freund Horowitz (Eric Gurry). Ein schmächtiges, intelligentes Kerlchen, das seinen Platz in der von Einschüchterung und Gewalt bestimmten Hierarchie durch Cleverness und besondere Fähigkeiten behauptet. Direkter Konfrontation ist Horowitz bisher immer aus dem Weg gegangen, so auch sein Delikt: Nach Schlägen und Demütigungen durch eine Gruppe von Bowlingspielern geht er nach Hause, bastelt eine Bombe und jagt am nächsten Abend das Bowlingcenter in die Luft.
Ironie des Schicksals, die drei Todesopfer dieses Racheaktes sind unbeteiligte Besucher. Mick O`Brian geht keiner Konfrontation aus dem Weg und so kommt es, dass sich das ideale Paar gefunden hat, beide profitieren voneinander und lernen vom Anderen. Nachdem Mick sich erfolgreich gegen die bösartigen Unterdrücker, die Leader des Knastes zur Wehr gesetzt hat und in der Hierarchie steil nach oben geschossen ist, wird Horowitz selbstbewusster und hört auf, sich die alltäglichen Beleidigungen der vermeintlich Stärkeren gefallen zu lassen.
Er ändert sein Verhaltensmuster, er schlägt zurück, wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben. Die knastinternen Repressalien treffen ihn zwar an seiner verletzlichsten Stelle (Einzelhaft), aber es bleibt eine Ahnung, als wären Horowitz die ersten Schritte weg von feigen Bombenanschlägen, hin zu direkter Auseinandersetzung bereits gegangen. Angesichts der hilflosen Fassungslosigkeit, mit der der wachsenden Gewalt unter und von Jugendlichen ausgehend große Teile der Bevölkerung und viele Medien gegenüberstehen zeigt sich, wie zeitlos und wertvoll dieses spannende „Dokument“ immer noch ist. Was das betrifft, darf das Werk ruhig in einem Atemzug mit einer anderen, surrealisierten Version von Jugendgewalt genannt werden, mit Stanley Kubrick`s „A Clockwork Orange“.

Fazit:


Ein schonungslos ehrlicher Streifen, brutal und direkt. Sean Penn legte mit dieser tollen Leistung in seinem vierten Film wohl den Grundstein für seine weitere erfolgreiche Filmkarriere, sowie für das ihm anhängende Bad Boy Image. Bleibt die Frage wie es dazu kam, dass diesem kleinen feinen Filmchen nicht mal sein Titel geblieben ist. Nun, wer mit diesem Original was anfangen kann, der kennt die vermutlich die Gesetze des Marktes und wird es wissen …
Vorsicht vor geschnittenen DVD Versionen! Der deutsche Markt ist von filettierten Outputs überschwemmt, wobei momentan nur die Kinowelt DVD mit der EAN:4006680030463 den kompletten Film anbietet. Vor 2004 dürfte so gut wie niemand in Deutschland jemals die Originalversion zu Gesicht bekommen haben. Eine Schande, aber zum Glück Vergangenheit. Bei den bislang fehlenden Szenen handelt es sich weniger um explizite Gewaltdarstellung, als um intensivere Einblicke in die Charaktere. Somit ist die ungeschnittene Version unumgänglich. Die eingefügten Filmteile sind nicht deutsch synchronisiert und mit Untertiteln versehen.
 

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Userbewertung:

Autor:

Andreas H.

Eingetragen am:

07.06.2006

Aufgerufen:

12335 Mal

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