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Babel

 

Babel, 2006

 
Poster zu 'Babel' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:Mexiko/USA
Regie:Alejandro González Iñárritu ("21 Gramm")
Drehbuch: Guillermo Arriaga, Alejandro González Iñárritu
Darsteller:Cate Blanchett, Brad Pitt, Adriana Barraza u.a.
Verleih:

Tobis Film
Genre:

Drama/Thriller
Länge:142 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Nach „Amores Perros“ und „21 Gramm“ widmet sich Starregisseur Alejandro Gonzales Inarritu mit „Babel“ erneut einem Episodendrama. Doch im Gegensatz zu seinen Vorgängern spielen sich die verschiedenen Geschichten seines dritten Werks nicht auf engem Raum, z.B. einer Stadt ab, sondern über die ganze Welt verteilt auf drei verschiedenen Kontinenten. In Marokko freuen sich die beiden jungen Brüder Ahmed (Said Tarchani) und Yussuf (Boubker Ait El Caid) über eine wichtige Aufgabe, die sie von ihrem Vater aufgetragen bekommen. Er übergibt ihnen sein neues Jagdgewehr und beordert sie dazu, die Schafherde vor Schakalen zu schützen. Schnell entbrennt ein Konkurrenzkampf zwischen den beiden, denn sowohl Ahmed als auch Yussuf will der bessere Schütze sein. Da beide nicht an die große Schussweite des Gewehrs glauben, zielen sie aus Spaß auf einen weit entfernten Reisebus. Das Unglück nimmt seinen Lauf, als eine Kugel in den Bus einschlägt.

Bild 1 zu Babel
Susan (Cate Blanchett) wurde angeschossen und ringt mit dem Tod.

Das wohlhabende, amerikanische Ehepaar Richard (Brad Pitt) und Susan (Cate Blanchett) befindet sich im Urlaub in Marokko und will die Zweisamkeit nutzen, um die zerrüttete Ehe wieder auf Vordermann zu bringen. Doch dieses Vorhaben erweißt sich als schwierig, da Richard jeder Diskussion aus dem Weg zu gehen scheint. Als Susan in einem Reisebus von einer Kugel in die Schulter getroffen wird, beginnt für das Paar eine schreckliche Tortur. Während Richard verzweifelt versucht einen Notarzt aufzutreiben, was sich in einem abgeschiedenen Dörfchen als hartnäckige Aufgabe herausstellt, ringt Susan mit dem Tod. Währenddessen wartet Amelia (Adriana Barraza), das Kindermädchen der beiden, sehnlichst auf die Rückkehr ihrer Arbeitgeber, da noch am selben Abend die Hochzeit ihres Sohnes Luis (Robert Esquivel) in Mexiko ansteht. Als sich herausstellt, dass sich die Heimkehr von Richard und Susan auf unbestimmte Zeit aufschiebt, kein Babysitter aufgetrieben werden kann und Neffe Santiago (Gael Garcia Bernal) bereits wartet, um Amelia nach Mexiko zu bringen, sieht sie keine andere Wahl als die Kinder Mike (Nathan Gamble) und Debbie (Elle Fanning) mitzunehmen; mit schwerwiegenden Folgen.

Bild 2 zu Babel
Richard (Brad Pitt) bangt um das Leben seiner Frau Susan.

Der vierte Handlungsstrang ereignet sich im weit entfernten Japan bzw. In Tokio. Hier hat die Teenageri Chieko (Rinko Kikuchi) nicht nur mit ihrer Taubstummheit zu kämpfen, die sie von der Außenwelt nahezu komplett abschneidet, sondern auch mit dem Suizid ihrer Mutter, den sie noch immer nicht verdaut hat. Ihr Vater Yasujiro (Koji Yakusho) ist Geschäftsmann und hat nur wenig Zeit für seine Tochter. Von der Welt alleingelassen beginnt das Mädchen zu rebellieren, trinkt, nimmt Drogen und sucht Anerkennung durch vulgäre Gesten. Als wäre das nicht genug, taucht auch eines Tages die Polizei bei Chieko auf und drängt darauf ihren Vater zu sprechen. Chieko ahnt Schreckliches...

Kritik:


Kaum ein anderer Regisseur legte eine solche Traumkarriere hin wie Alejandro Gonzales Inarritu. Schon seine ersten beiden Filme sorgten für riesigen Wirbel und wurden von Kritikern wie Publikum gleichermaßen gefeiert, so dass er umgehend in die Riege der besten Regisseure aufgenommen wurde. Mit seinem Erstling „Amores Perros“, der mit einem winzigen Budget von $ 2 Mio. Im Jahr 2000 in Mexiko produziert wurde, erlangte er die Aufmerksamkeit von Hollywood. Für seinen Zweitling „21 Gramm“ konnte er sich bereits Weltstars wie Sean Penn, Naomi Watts und Benicio del Toro leisten und wurde für seine grandiose Arbeit mit einigen Oscar-Nominierungen belohnt. Wer solch riesige Meilensteine des anspruchsvollen Kinos abliefert, muss sich auf eine mindestens ebenso riesige Erwartungshaltung des Zuschauers einstellen. Von Beginn an war es in Frage zu stellen, ob „Babel“ an seine beiden Vorgänger heranreichen kann. Die Antwort ist simpel: „Babel“ zieht mit seinen Vorreitern mühelos gleich. Inarritus neuer Film ist erneut einfach brillant und beschert uns zum Ende des eher schwachen Kinojahres 2006 den mit Abstand besten Film des Jahres.

Bild 3 zu Babel
Amelia (Adriana Barazza) und Debbie (Elle Fanning) gehen durch die Hölle.

„Babel“ ist der Abschluss Inarritus inoffizieller Schicksalstrilogie über zwischenmenschliche Beziehungen und behandelt damit das selbe Großthema wie „Amores Perros“ und „21 Gramm“. Wie die beiden Erstlingswerke spaltet „Babel“ dieses Thema in ein Unterthema auf. Wo in „Amores Perros“ noch verschiedene soziale Schichten und in „21 Gramm“ die Aspekte der Thematik Verlust behandelt wurden, widmet sich sein neustes Meisterwerk gänzlich der Kommunikation. Der Titel verweist auf den biblischen Turmbau zu Babel. Die Geschichte erzählt von der törichten Idee einiger Bauherren einen Turm in den Himmel zu bauen, um Gott zu erreichen. Diese Respektlosigkeit wurde vom Allmächtigen persönlich durch das babylonische Sprachengewirr gestraft, so dass die Bauherren keine Möglichkeit mehr hatten miteinander zu kommunizieren und ihr Vorhaben in den Sand verlief. Somit spiegelt der Titel sinnbildlich exakt die Geschichte des Films wieder, die sich eindringlich mit fehlender und fehlgeschlagener Kommunikation untereinander beschäftigt, die nicht immer auf unterschiedliche Sprachen zurück zuführen ist.

Bild 4 zu Babel
Chieko (Rinko Kikuchi) ist taubstumm,...

Eine Analyse, die dem Film gerecht wird, würde den Rahmen einer normalen Celluloid-Dreams-Rezension um ein Vielfaches sprengen. Jedoch sei gesagt, dass die Idee simpel ist. Die Umsetzung könnte allerdings nicht komplexer und faszinierender sein. Einfach unglaublich wie viele Ebenen seiner großen Thematik Kommunikation Inarritu in 142 Minuten Laufzeit abhandeln kann. Von sprachlichen über kulturellen, zwischenmenschlichen bis hin zu technischen Aspekten ist alles nur erdenkliche, in ganz verschiedenen Variationen vertreten, eingebettet in eine durch und durch packende Geschichte bzw. Geschichten, die bewegender und vielsagender nicht sein könnten. Inarritu spannt mit Hilfe seines ebenso gefeierten Drehbuchautor Guillermo Arriaga ein Netz um die ganze Welt und macht damit allzu deutlich welch heftige Auswirkungen auch nur kleine Missverständnisse haben können. Von Anfang an sind 3 der 4 Erzählstränge offensichtlich miteinander in Kontakt. Die Verbindung dieser 3 mit der Erzählebene in Tokio stellt sich erst sehr spät heraus, ist allerdings, wie alles andere im Film, komplett stimmig. Fehler in der Handlung oder in der Logik sucht man in „Babel“, dank der erneut hervorragenden Arbeit von Arriaga, vergebens. Jede Szene ist exakt auf den Punkt gebracht, jede Figur bringt ein wichtiges Puzzlestück der grandiosen Geschichte mit sich und nichts ist überflüssig. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ist „Babel“ ein innovatives Filmerlebnis.

Bild 5 zu Babel
...kommt über Tod ihrer Mutter nicht hinweg und führt ein abgeschottetes Leben.

Mit seinem dritten Werk ging Inarritu wieder einige Risiken ein. Nicht nur, dass die meisten Regisseure an einem solch komplexen Thema kläglich gescheitert wären, sondern auch, weil nur 3 erfahrene Schauspieler in Form von Brad Pitt, Cate Blanchett und Gael Garcia Bernal engagiert wurden, die letztendlich eigentlich nur als Aufhänger dienen, um das Interesse einer breiten Masse zu wecken. Der Rest des Ensembles setzt sich aus Laiendarstellern zusammen (bis auf Michael Pena, der später noch einen kleinen Gastauftritt hat), die allesamt unfassbar gute Arbeit abliefern und nahtlos an die famosen Leistungen der Profis anknüpfen. Besonders im Fall von Adriana Barraza als Amelia und Rinko Kikuchi als Chieko wäre eine Oscar-Nominierung nicht überraschend. Doch auch Brad Pitt und Cate Blanchett hätten sich Selbige verdient. Kameramann Rodrigo Pieto hat wieder wunderschöne Bilder gefunden, um die Wucht der Geschichte bestmöglich einzufangen. Die Inszenierung von „Babel“ ist stets zurückhaltend, legt nur wenig Wert auf den Effekt, sondern einfach auf die Aufgabe, die gegebene Geschichte möglichst authentisch widerzugeben. Zeitweise hat der Zuschauer das Gefühl einer Dokumentation, was zusammen mit dem spärlich gesäten Score die größtmögliche Wirkung entfaltet und das Publikum sogartig in die verschiedenen Erzählstränge hinein zieht.

Bild 6 zu Babel
Aus Spaß wird Ernst: Ahmed (Said Tarchani) muss seinen Unfug verantworten.

„Babel“ wirkt lange Zeit nach, ist zutiefst bewegend und in jeder Hinsicht brillant. Inarritu legt mit dem Abschluss seiner Schicksalstrilogie seinen bisher reifsten, ambitioniertesten und vielleicht sogar besten Film vor. Selten waren Optik, Inszenierung und Handlung auf dermaßen hohem Niveau anzusiedeln und gingen auf solch kunstvolle Weise eine durchgängig stimmige Fusion ein. Oscar-Favoriten sind in diesem Jahr nur schwer auszumachen, doch „Babel“ wird Einiges reißen. Mit dieser perfekten Inszenierung und der stets brisanten Thematik ist ihm der Sieg in der Kategorie „Bester Film“ nur zu wünschen.

Fazit:


Mit seinem dritten Werk „Babel“ liefert Regiegenius Alejandro Gonzales Inarritu universell gültiges Weltkino in Perfektion und nebenbei auch den besten Film des Jahres 2006 ab.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

08.12.2006

Aufgerufen:

13853 Mal

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Weitere Kritik:

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