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Als das Meer verschwand

 

In my Father´s Den, 2004

 
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deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Brad McGann ("Possum")
Drehbuch: Maurice Gee (Novelle), Brad McGann
Darsteller:Matthew MacFadyen, Emily Barklay, Miranda Otto u.a.
Verleih:

Capelight Pictures
Genre:

Drama/Mystery/Thriller
Länge:126 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Nach 17 Jahren Abwesenheit kehrt der Kriegsfotograph Paul Prior (Matthew MacFadyen) zurück in sein kleines Heimatdorf in Neuseeland. Damals war es der Tod seiner Mutter, der ihn zum Abreisen bewegte, heute zwingt ihn sein verstorbener Vater dazu sich seiner Vergangenheit und seinem Bruder Andrew (Colin Moy) zu stellen, der inzwischen glücklich mit Penny (Miranda Otto) verheiratet ist, sich aber noch immer von Paul zurückgelassen fühlt. Paul lebt sich langsam wieder ein, erhält sogar die Möglichkeit als Aushilfslehrer an der ortsansässigen Schule zu arbeiten. In einer kleinen Hütte, die sein Vater einst als Geheimversteck nutzte, entdeckt er schließlich die junge Celia (Emily Barklay), die dort einen geheimen Ort der Ruhe gefunden hat und wie sich heraus stellt, die Tochter von Pauls Jugendliebe Jackie (Jodie Rimmer) ist. Zwischen den beiden entwickelt sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten eine innige, geradezu geschwisterliche Beziehung.

Bild 1 zu Als das Meer verschwand
Eine verhängnisvolle Beziehung: Paul und Celia.

Als Celia eines Tages spurlos verschwindet, fällt der Verdacht der Dorfbewohner auf Paul. Während diese eine groß angelegte Suchaktion starten, forscht Paul in Eigenantrieb nach und deckt schockierende Geheimnisse aus längst vergangenen Tagen auf. Nicht nur dass seine eigene Familie in diesen Fall verstrickt ist, er erinnert sich auch endlich wieder daran, was damals geschah, bevor er die Stadt verließ. Die Vergangenheit kehrt mit voller Wucht zurück und wird das Leben aller Beteiligten nachhaltig verändern.

Kritik:


Die scheinbar unendlichen Weiten von Central Otago in Neuseeland sind trügerisch. Zwar scheint die riesige Landschaft, mit ihren rauschenden Wäldern, plätschernden Bächen, stillen Seen, leuchtend-grünen Hügeln und Wildpferden, die über paradiesische Wiesen galoppieren, soviel Lebensraum im Überdruss zu beinhalten, dass zwangsläufig ein Gefühl der Einsamkeit und Verlassenheit aufkommt, aber in Wirklichkeit leben hier die Menschen auf engstem Raum, in winzigen Dörfern, jeder kennt den anderen, alle haben irgendetwas miteinander zu tun und Geheimnisse können, wenn überhaupt, nur kurze Zeit aufrecht erhalten werden, bevor jeder Einwohner in diesen mickrigen Kleinstädten darüber Bescheid weiß. Diese gefährliche Intimität ist nur eines der Themen, die Brad McGann in seinem bewegenden Familiedrama „Als das Meer verschwand“ behandelt, das die Geschichte einer zerrütteten Familie erzählt, deren grausame Vergangenheit selbst 17 Jahre danach noch heftige Auswirkungen auf die Gegenwart hat. Durch diese sensible und erschütternde Geschichte, eine brilliante Inszenierung und großartige Darsteller ist „Als das Meer verschwand“ einer der besten Filme des Jahres.

Bild 2 zu Als das Meer verschwand
Penny (Miranda Otto) sieht Pauls Mutter zum verwechseln ähnlich.

Zugegeben, Brad McGann macht es seinem Publikum zu keinem Zeitpunkt leicht. „Als das Meer verschwand“ nimmt sich frech das Recht heraus, bedingungslose Aufmerksamkeit zu verlangen. In geselliger Runde Chips mampfen, Bierchen trinken und den Film nur so nebenbei laufen lassen, ist hier einfach nicht drin, sonst könnte man glatt die größte Stärke dieses kleinen Meisterwerks übersehen, besonders die erste Hälfte als langweilig empfinden und die Geschichte hinter der Geschichte nicht erkennen. Denn wo viele andere Produktionen den Holzhammer schwingen, um das Innenleben der Figuren möglichst genau zu verdeutlichen, spielt McGann den Beobachter im Hintergrund, der zwar die Figuren auf seinen Bildern festhält, die Deutung der Charaktere aber dem Publikum überlässt. Hier sind es die kleinen Gesten, wie der Tonfall, die Körperhaltung, die Wahl der Worte, ein kurzes Zögern, ein Glas, das aus Versehen fallen gelassen wird oder ein nervöses Fummeln mit den Fingern, die subtile Akzente setzen und den Kreis, um das alte Familiengeheimnis herum, immer enger stecken. Man muss sie nur erkennen.

Bild 3 zu Als das Meer verschwand
Paul auf der Suche nach der Wahrheit.

Gut 2 Drittel des Films bedient sich McGann, der auch das Drehbuch nach einer Roman-Vorlage von Maurice Gee geschrieben hat, dieser simplen Dramaturgie, während er den Rest des Films als packenden Krimi gestaltet, wenn Paul schließlich in der Vergangenheit stöbert, um Celias verschwinden aufzuklären. Diese Szenen werden immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, die die Beziehung zwischen Paul und Celia weiter vertiefen und erneut Mosaik-Steinchen zur Lösung zu Tage fördern. Die ausgefeilte, authentische Figurengestaltung und die komplizierte Verflechtung der Charaktere ist eine weitere Stärke des Films. Wenn Paul zunehmend dem Geheimnis auf die Spur kommt und immer mehr Leute darin involviert zu sein scheinen, erweist sich die sehr gemächlich fließende, erste Filmhälfte als Ruhe vor dem Sturm, denn welche menschlichen Abgründe sich zum Schluss auftun, übertrifft sämtliche Erwartungen und schockiert durch die ruhige Erzählweise umso mehr, da das einen radikalen Bruch in der Handlung darstellt, wenn sich die idyllische Kleinstadt als reinster Sündenpfuhl heraus stellt. Zum Schluss hat sich jeder der Figuren einer Last entledigt, was im Umkehrschluss zu einem neuen Bündel Problemen führt. Jeder hat etwas von sich preis gegeben und den Schein, den sie immer versucht haben zu wahren, abgelegt.

Bild 4 zu Als das Meer verschwand
Emily Barklay als Celia.

Eingebettet hat McGann seine bewegende Geschichte in die verträumte, scheinbar zeitlose Atmosphäre von Neuseeland. Allerdings wird die kleine Insel am anderen Ende der Welt nicht mehr ganz so beschönigend dargestellt, wie es z.B. in der „Herr der Ringe“-Trilogie der Fall war. Zwar sind die wunderschönen Naturaufnahmen einmal mehr beeindruckend, sie vermitteln aber auch oft eine gewisse Abgeschiedenheit und Einsamkeit, was sehr gut passt. Die Leistungen der Darsteller sind allesamt als großartig zu bezeichnen, obwohl alle, außer Miranda Otto, international weniger bekannt sind. Speziell die Leistungen von Matthew MacFadyen als Paul und Emily Barklay als Celia bleiben einfach haften. Neben einem schönen, minimalistischen Score verwendet Regisseur McGann zahlreiche Songs der Rock-Poetin Patty Smith, die punktgenau einsetzen und viele der Szenen gleich nochmal ein ganzes Stück aufwerten.

Bild 5 zu Als das Meer verschwand
Die letzte Begegnung.

„Als das Meer verschwand“ wurde bereits 2004 abgedreht, enterte aber erst letztes Jahr die deutschen Kinos, um nun auch auf DVD in Deutschland zu erscheinen und das obwohl McGanns Werk zahlreiche, internationale Preise abräumte. McGann selbst starb im Mai 2007 an Darmkrebs, hinterlässt der Welt aber diesen wundervollen Film, der zwar immer ein Geheimtipp bleiben wird, aber dennoch einer der schönsten und rührendsten ist, den Neuseeland jemals hervor gebracht hat.

Fazit:


„Als das Meer verschwand“ ist ein sensibles und zugleich schockierendes Familiendrama, das vor allem von seinem Minimalismus lebt und durch eine geschickt aufgebaute Geschichte, starke Darsteller und eine atmosphärische Inszenierung noch lange in Erinnerung bleibt.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

12.08.2007

Aufgerufen:

7027 Mal

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