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Alexander

 

Alexander, 2004

 
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deutscher Start:2004
Herstellungsland:USA
Regie:Oliver Stone ("Natural Born Killers")
Drehbuch: Oliver Stone, Christopher Kyle, Laeta Kalogridis
Darsteller:Colin Farrell, Angelina Jolie, Val Kilmer, Anthony Hopkins u.a.
Verleih:

Constantin Film, Intermedia
Genre:

Abenteuer/Drama/Krieg
Länge:176 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Zeit für eine kleine Geschichtsstunde mit Dr. phil. Blonde - hauptsächlich bezugnehmend auf die im Film gezeigten Ereignisse, aber auch allgemein Wissenswertem über Alexander den Grossen (kann auch übersprungen werden, wenn man sich in der Thematik kundig fühlt):

Alexander der Grosse (Jessie Kamm, Connor Paolo und Colin Farrell); geboren im Juli 356 vor unserer Zeitrechnung - nach makedonischem Kalender am 6ten Loios -, Sohn des großen Heerführers und makedonischen Königs Philipp II (Val Kilmer) und der epirotischen (Epirus/Epeiros: Region im Nordwesten Griechenlands) Prinzessin Olympias (Angelina Jolie).

Bild 1 zu Alexander
The one and only - Alexander the Great.

Aufgewachsen in der Hauptstadt Makedoniens, Pella, unter strenger Aufsicht seiner Mutter Olympias, zu welcher er eine besonders enge Beziehung unterhielt, da sein Vater meist auf Feldzügen unterwegs war. Von den unterschiedlichen, elterlichen Einflüssen entwickelten sich auch seine markanten Wesenszüge. Seine Mutter, eine dionysische Bacchantin (Priesterin), lehrte ihn hauptsächlich religiöse Sachen, wie Götterkult und Opferwesen, wogegen sein Vater ihn in den Künsten des Regierens und Heerführens unterwies. Nebst den Eltern wurde Alexander natürlich von Lehrern fachspezifisch unterrichtet. Einen wichtigen Einfluss schien hierbei der Erzieher Lysimachos/Leonidas (Brian Blessed) gehabt zu haben, welcher ihn für die homerischen Epen begeisterte, und ihn zu Abhärtung und einfacher Lebensweise erzogen haben soll. Daneben sei noch Kleitos zu erwähnen - Alexanders erster Freund und später getreuer Begleiter.

Bild 2 zu Alexander
Vater und König Philipp II - grandios dargestellt durch Val Kilmer.

Mit der sog. Prinzenzeit, die ungefähr mit dem dreizehnten Lebensjahr begann, wurde Alexander intensiver von seinem Vater als zukünftiger Thronfolger geschürt. Seinem neuen Erzieher Aristoteles (Christopher Plummer) - der Schüler Platos - verdank er seine umfassende Bildung und Forschungsdrang, besonders hervorzuheben wieder den Einfluss der griechischen Literatur; so avancierte Homers "Ilias" endgültig zu Alexanders Lieblingswerk und die Figur des "Achilles/Achilleus" zu seinem Vorbild und später eindeutige Personifikation. Mit sechszehn Jahren wurde Alexander schließlich zum Statthalter Makedoniens ernannt, in dieser Funktion leitete er auch zum ersten Mal eigene Feldzüge und erwarb rasch hohes Ansehen als Führungsperson und geschickter Kriegstaktiker; mit seinen Hetairen - Alexanders treue Reiterschar - entschied er ganze Schlachten zu seinen Gunsten, und stets ritt er mit ihnen an vorderster Front.

Bild 3 zu Alexander
Olympias (Angelina Jolie), Alexanders intrigante Mutter

Kleine Zeittafel weiterer, wichtiger Geschehnisse:

- 336 v. Chr. wurde Philipp II. durch Pausanias ermordet, und Alexander (III) zum König Makedoniens ausgerufen.

- Alexander und seine Streitmacht unterjochte in Windeseile alle aufständischen Regionen (Illyrer, Triballer, Geten, Kelten und Thraker etc.) und richtete sich bald darauf gegen das begehrte persische Reich.

- 334 v. Chr. überschreitet Alexander mit ca. 35000 Mann den Hellespont und gewinnt die Schlacht bei Granikos. (diese Szene und der bekannte gordische Knoten erhielten im Film keinerlei Erwähnung)

- 333 v. Chr. bezwingt er in der Schlacht bei Issos den Großkönig Persiens Dareios III.

- 332 v. Chr., nach siebenmonatiger Belagerung, unterwirft er die Phönizierstadt Tyros.

- 331 v. Chr.: Unterwerfung Syriens und Ägyptens. Gründung Alexandrias.

- 331 v. Chr., nachdem er das Großheer Dareios bei Gaugamela besiegt hat, nimmt Alexander Babylon sowie Susa ein und wird zum neuen Großkönig ernannt. Dareios floh und ließ dabei seine Familie zurück.

- 330 v. Chr.: Grausame Rache an Persepolis für den Brand der Akropolis 480 v. Chr. .

- 329 v. Chr.: Unterwerfung des Ost-Irans. Man jagt den Mörder Darios - Bessos - und lässt selbigen hinrichten. Philotas und dessen Vater Parmenion werden ebenfalls, aufgrund des Verdachts auf Hochverrat (Vergiftungsversuch) an Alexander, ermordet.

- 328/327 v. Chr.: Nach zähen Kämpfen um Sogdiane und Baktrien siegt Alexander gegen die feindlichen Guerillas (skythische Nomadenstämme) erst nach einer Heeresreform. Er heiratet die baktrische, dreizehnjährige Prinzessin Roxane (Rosario Dawson). In Samarkand erschlägt Alexander betrunken im Jähzorn seinen Jugendfreund Kleitos.

- 327 - 326 v. Chr.: Zug nach Indien, vereinzelt Kämpfe mit kleineren Stämmen. Alexander besiegt am Hydaspes den indischen Fürsten Poros.

- 325/324 v. Chr. Nach einer Meuterei seiner Truppen beschließt Alexander die Rückkehr nach Babylon, bei der Durchquerung der gedrosischen Wüste erleidet man gewaltige Verluste. In Susa eingetroffen, veranstaltet er eine Massenhochzeit (Massenhochzeit zu Susa) - vermutlich zwecks Völkervereinigung.

- 323 v. Chr.: Hephaistion (Jared Leto) stirbt unerwartet, vermutlich an Erschöpfung und Alkoholkonsum, evtl. auch an Malaria. Alexanders tiefe Trauer dauerte tagelang an.

- Am 13.6.323 v.Chr. ereilt auch den dreiunddreißigjährigen Alexander nach zweiwöchiger Krankheit der Tod in Babylon. Für seinen Tod gibt es verschiedene Theorien, die einen sind der Ansicht, dass er vergiftet wurde [wie im Film dargestellt]; die Erkrankungssymptome sprechen aber eher dafür, dass er auch an Malaria zu Grunde ging.

(ich glaube da hat`s geklingelt - carpe diem...)

Kritik:


Oliver Stone - ein wahrhaft Großer des Filmes: Er hat uns drei herausragende Antikriegsfilme beschert (Platoon, Geboren an 4. Juli und Zwischen Himmel und Hölle), hat einen würdigen Film über "The Doors" geschaffen, konfrontierte uns mit amerikanischen "Mythen" (JFK - Tatort Dalles und Nixon), zeigte uns wie man sich als American Football Coach verhält (Any Given Sunday), ließ Tarantinos Mickey und Mallory Knox auf die Medienwelt los (Natural Born Killers), er veranschaulichte, was man in einer fremden Stadt als Gestrandeter nicht machen sollte (U-Turn) und er durfte als einziger zweimal Fidel Castro interviewen (Comandante). Dieser unbeugsame Höllenhund - Vietnamveteran und Drogenkonsument - hat noch viel mehr gemacht, aber für eine noch ausführlichere Aufzählung bleibt - nach meiner langen Einleitung - leider kein Platz übrig. Apropos das Drehbuch zu "Scarface" stammt übrigens auch von ihm...

Bild 4 zu Alexander
Ptolemaios (Anthony Hopkins) führt durch die Geschichte.

Das Thema heißt Alexander, nicht irgendein Alexander - nein - der Größte von allen. Im Vorfeld freute ich mich darüber, dass der Film angekündigt wurde, denn kein geringerer als Oliver Stone - ein preferierter Regisseur meinerseits - sollte dabei Regie führen. Danach häuften sich Gerüchte über Streitigkeiten mit den Studiobossen und schließlich war der Film doch rasch fertig, und die Kritiken durchwegs niederschlagend bis höchst spottend - meine Erwartungen waren nach unten revidiert.

Bild 5 zu Alexander
Die seltenen Schlachten wurden imposant und blutreich gestaltet.

Der Film dauert satte drei Stunden, davon werden mindestens Dreiviertel nur gesprochen, geschrieen oder gesoffen - ganz schön dialogschwanger dieser Alex! Ridley Scott hat`s vorgemacht (Gladiator), Petersen hat kopiert (Troja) und Oliver Stone versuchte wie immer etwas anderes. Alexander, bekannt als Feldherr, wird hier als psychosomatische Reflexion seiner Umwelt gezeigt - ein psychoanalytisches Charakterportrait eines vor über zweitausenddreihundert Jahren lebenden Menschen. Das birgt zu viele Probleme, weil unsereins versteht womöglich sein Handeln nicht wirklich, aufgrund der total unterschiedlichen Umstände. Dafür wurde sein Handeln, bzw. die seelischen Auswirkungen, teilweise in unsere Gefühlswelt portiert - das verfälscht die ohnehin schon schwammigen Geschichtsüberlieferungen ein weiteres Mal. Der Zwiespalt zwischen der Menschlichkeit und dem Streben nach Heldentum sowie gar Gottesgleichheit ist sicherlich eine interessante Nuance seines Lebens. Der Aspekt, dass Alexander Bi-sexuell war, ist ein sehr umstrittenes Geschichtsfleckchen, auf dem Oliver Stone mit Andeutungen homosexueller Art allzu gerne herumtänzelt.

Bild 6 zu Alexander
Vater und Sohn, sie eroberten die Ganze damalig bekannte Welt.

Über solche und ähnliche Sachen könnte man sich nun stundenlang aufhalten, aber davon abgesehen bleibt noch die Visualisierung und die Schauspieler. Letztere sind überraschenderweise ziemlich überzeugend geraten, so störte mich der blondierte Colin Farrell weniger als befürchtet, und Angelina Jolie bietet eine überzeugende, intrigante Mutter dar. Erzähler Anthony Hopkins führt den Zuschauer als Ptolemäus/Ptolemaios - Jugendfreund und General Alexanders - schleppend durch die Rückblenden. Val Kilmers (Philipp II) Auftritt halte ich für den Gelungensten. Rosario Dawson (Roxane) ist äußert freizügig - so weit so gut -, und Jared Leto mimt den Hephaestion, den Rest darf man getrost unkommentiert lassen.

Bild 7 zu Alexander
Sowohl Dareios III als auch Alexander machten wenige Gefangene.

Die Visualisierung ist als kolossal zu bezeichnen, bei einem Budget von rund 150 Mio. Dollar eigentlich keine Überraschung, dennoch merkt man, dass Oliver Stone Regie führt, und dabei sind die meisten Bilder stimmig und optisch einwandfrei. Die Kulissen und Garderoben sind natürlich aufwendig, genauso auch die CGI-Effekte. Prachtvoll, gigantisch und blutig zeigt sich "Alexander" im seltenen Schlachtgetümmel, aber überzeugen tut das leider trotzdem nicht. Der Spagat zwischen dem gnadenlosen Feldherr und sensiblen Visionär vereitelt zunehmend die gesamte Stimmung, und auch die Musik ist leider all zu oft ein Dämpfer. Manchmal blitzt regelrecht das Prädikat "Stone" auf, wenn sich beispielsweise Alexanders Pferd und ein Elefant gleichzeitig auf die Hinterbeine stellen, aber einfach zu selten wird man optisch so verwöhnt, wie man es von Stone erwarten darf. Die Dramaturgie will einfach nicht recht funktionieren - wirkt zu Weilen beinahe lächerlich gekünstelt.

Bild 8 zu Alexander
Einige Szenen sind optisch ein Augenschmaus.

Alle wissen es schon: Der erwartete Schlachtenepos blieb aus, und Oliver Stones pathosgeladenes, "homo" Werk ist geflopt - seinen Traum aber hat der Mann trotzdem verwirklicht und dazu gratuliere ich, auch wenn man ihm beiläufig kondolieren muss. "Alexander" ist eindeutig nicht jedermanns Geschmack, für Psychoanalytiker mit dem Hang zur Antike - eine Offenbarung, jedoch für unvorbereitete Unterhaltungssüchtige wird dieser Film zur ultimativen Zerreißprobe der Langeweile - für alle dazwischen steht das Motto: Ins Kino und selber eine Meinung bilden.

Fazit:


Provokateur Oliver Stone hat zwar die Schlacht entschieden verloren, aber den Krieg hat er lange vorher für sich entschieden. Obschon "Alexander" nicht das monumentale Geschichtsepos geworden ist und die Handschrift von Stone in eher blasser Form trägt, so war es trotzdem den Versuch wert einmal abseits der Hollywoodwege zu wandern und evtl. ein bisschen zu weit zu träumen.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Mr. Blonde

Eingetragen am:

08.01.2005

Aufgerufen:

43353 Mal

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