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 | A History of Violence |  | | |
A History of Violence, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2005 | | Herstellungsland: | Kanada/USA | | Regie: | David Cronenberg ("Spider") |
| Drehbuch: |
ohn Wagner (grafische Novelle), Vince Locke (grafische Novelle), Josh Olson |
| Darsteller: | Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris u.a. | | Verleih: | Warner Bros. | | Genre: | Drama/Krimi/Thriller | | Länge: | 95 Minuten | | FSK:
| ab 18 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "A History of Violence" | 
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Inhalt:
In irgendeiner amerikanischen Kleinstadt: Tom Stall (Viggo Mortensen) führt
zusammen mit seiner Frau, der Anwältin Edie (Maria Bello), seinen Kindern
Jack (Ashton Holmes) und Sarah (Heidi Hayes) und seinem kleinen Cafe das
wohl perfekte Leben. Bis eines Tages zwei sehr gewalttätige Gangster ins
Cafe eintreten, zunächst pöbeln und dann die Knarre auf den armen Tom und
seine Gäste richten. Zur allgemeinen Überraschung bringt Tom seine
ungeliebten Besucher mit ein paar geschickten, scheinbar reflexartigen
Handgriffe um die Ecke und prompt landet er als Held auf den Titelseiten
sämtlicher, nationaler Zeitungen und auch im TV.
Tom Stall oder Joey Cusack?
Der Mediendruck scheint Tom nicht allzu recht zu sein und weitreichende
Folgen stellen sich ein: Carl Fogarty (Ed Harris), im Mafia-Look, taucht im
Cafe auf und behauptet, Tom heiße eigentlich Joey Cusack und sei in jungen
Jahren mal eine beachtliche Größe in der Unterwelt von Philadelphia gewesen. Tom bestreitet dies vehement. Dennoch macht sich nicht nur innerhalb seiner Familie Misstrauen breit... |
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| Kritik:
Regisseur David Cronenberg gilt seit eh und je als einer der besten seines
Fachs. Ich wage gar zu sagen, dass er neben Lynch und Tarantino der Beste
ist. Seine bisherigen Filme weisen eine meist klare Struktur auf. Nicht
umsonst gilt er als Meister des körperlichen Horrors. Stets entführte er
seine Zuschauer in fremde Fantasiewelten, zwar realitätsnah, aber bevölkert
von schleimigen Kreaturen, Mutationen, Parasiten und natürlich angereichert
mit jeder Menge Brutalität. Sein letzter Film ist nun schon einige Jahre
her. Genauer gesagt löste er zu letzt mit „eXistenZ“ aus dem Jahre 1998 mal
wieder einen Skandal aus, indem er Jude Law und Jennifer Jason Leigh mit
Hilfe einer ziemlich widerlichen Variation der Playstation, in ein
verwirrend realistisches Spiel beförderte. Nun hat Cronenberg schon die 60 Jahre überschritten. Und das nun erreichte Alter spiegelt sich in seinem neusten Werk mehr wider als jemals zuvor. „A History of Violence“ passt so gar nicht in sein Schema und stellt wohl den für ihn ungewöhnlichsten Film dar. Dies tut der Qualität jedoch keinen Abbruch. Auch Altmeister können ihre Fähigkeiten mal in anderen Gefilden unter Beweiß stellen, was Kollege David Lynch bereits mit „a straight story“ eindrucksvoll klar gemacht hat.
Noch sind sie glücklich: Tom und Edie.
Und auch Cronenberg macht mal wieder keinen Fehler. Obwohl die Geschichte
der Gewalt rein handlungstechnisch nicht gerade auf der Trendwelle
mitschwimmt. Die Storyline setzt auf eine gerade Linie und kommt ohne
wirklich überraschende Wendungen aus, wo doch die meisten modernen Thriller
versuchen ihre Handlungsstränge möglichst oft komplett umzukrempeln, den
Zuschauer in einen Strudel der Verwirrung zu stürzen, durchzuschütteln und
dann in eine clevere oder auch oftmals in eine überaus hanebüchene Auflösung zu entlassen. Aber dies nur als kleine Randnotiz und auf keinen Fall als Minuspunkt zu werten. Das mit dem Durchschütteln gelingt dem sehr geehrten Herrn Cronenberg sowieso auch ohne Überraschungsmomente. Sein neuster Geniestreich hat diese Tatsache vor allem drei entscheidenden Punkten zu verdanken. Zum einen das Sprichwort, das wohl auf keinen Film hätte besser passen können: „In der Ruhe liegt die Kraft“, welches in jeder einzelnen Szene zelebriert wird. Schon die Eröffnung, in der die beiden Gangster ein kleines Mädchen in einem Motel erschießen, versetzt den Zuseher, durch die Stille die Kamera und Ton aufweisen, in einen unangenehmen, tranceartigen Zustand, der über die Länge des ganzen Films anhält, sogar jede Filmsekunde noch verstärkt wird und auch nach Beendigung einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ein weiteres Beispiel ist die Szene in der Viggo Mortensen geradezu über die wütende Maria Bello herfällt und diese fast schon vergewaltigt. Für die Atmosphäre, die dieses Szenario ausstrahlt gibt es nur ein Wort: verstörend. Und das ummantelt vom alles verschlingenden, eiskalten Schleier der Stille, und zwar in jeder
Hinsicht.
Sohnemann Jack eifert seinem Vater nach.
Um noch mal auf den Tod des Mädchens zurückzukommen: Mord an unschuldigen
Kindern ist alles andere als ein zu lobendes cineastisches Mittel, hat aber
hier einen gewissen Reiz, da somit direkt die Marschrichtung vorgegeben wird und die Filmfans auf dem heimischen Sofa sich schnell darauf einstellen können was auf sie zukommt. Schließlich heißt der Streifen ja „A History of Violence“, eine Geschichte der Gewalt. Außerdem, was wäre denn ein Cronenberg ohne Brutalität? Die hat immer dann ihren großen Auftritt, wenn der Film aus seiner ruhigen Grundstimmung ausbricht. Nur für ein paar Sekunden. Ein kurzer, brachialer Wutausbruch in dem gnadenlos das Blut
spritzt, Knochen gebrochen und Gesichter bis zur Unkenntlichkeit
verunstaltet werden. Das natürlich in der gewohnten Kaltblütigkeit. Andere
Regisseure hätten hier längst geschnitten. Doch nicht David. Er hält die
Kamera drauf und das bis zum bitteren Ende. Er weiß eben wie man Derartiges
am besten in Szene setzt.
Jedoch ist da noch etwas, was den Streifen auch ohne Gewaltausbrüche mit
Leichtigkeit hätte tragen können, und zwar die hervorragende Besetzung.
Mortensen, der mal nicht Orks den Kopf abschlägt (Der Herr der Ringe) oder
galoppierend durch die Wüste braust (Hidalgo), spielt die innere
Zerrissenheit seiner Rolle Tom mit großer Ruhe (und was könnte besser zum
Film passen?), Überzeugungskraft und Hingabe. Ed Harris brilliert als
vernarbter Mafioso und auch Oscar-preisträger William Hurt hat im späteren
Verlauf noch seinen überzeugenden Auftritt als Schurke. Die große
Überraschung ist aber Maria Bello. Die war offensichtlich in ihren
bisherigen Projekten (Coyote Ugly, Das geheime Fenster u.a.) stark
unterfordert. Diesmal platzt die Bombe jedoch. Sie spielt Edie mit einer
derart überwältigenden Überzeugungskraft, dass es mich wundert, dass da
keine Oscar-Nominierung bei herausgesprungen ist.
Schade!
Ed Harris als Scarface-Verschnitt Fogarty
Leider muss ich den überschwänglichen Lobeshymnen doch noch etwas
hinzufügen: „A History of Violence“ ist kein, ich wiederhole, kein
Meilenstein in der Cronebergschen Filmographie. So etwas wie Kultstatus wird der Film leider nie erreichen. Vielmehr stellt der Streifen eine kleine, feine Fingerübung dar, um nicht einzurosten. Diese jedoch sehr innovativ umgesetzt und Fans von anspruchsvollen Filmen mit Tiefgang wärmstens ans Herz zu legen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Stille im Film kein Zeichen dafür ist, dass es nun auch um David Cronenberg still wird. |
| | Fazit: „A History of Violence“ ist ein kleines, anspruchsvolles Meisterwerk, dass
durch beklemmende Atmosphäre, simple, aber wirkungsvolle, cineastische
Stilmittel und hervorragende darstellerische Leistung besticht. Fans des
Regisseurs sollten sich aber auf eine etwas andere Arbeit ihres Lieblings
gefasst machen. |
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