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3 Grad kälter

 

3° kälter, 2005

 
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deutscher Start:2006
Herstellungsland:Deutschland
Regie:Florian Hoffmeister ("Kismet - Würfel Dein Leben!")
Drehbuch: Florian Hoffmeister, Mona Kino
Darsteller:Meret Becker, Bibiana Beglau, Alexander Beyer
Verleih:

blue eyes fiction
Genre:

Drama
Länge:104 Minuten
FSK: nicht bekannt
Website:

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Inhalt:


Kein Tag wie jeder andere – ein Gewitter mitten im Winter: Steini (Alexander Beyer; „Sonnenallee“, „Die Stille nach dem Schuß“) zieht mit seiner Freundin Jenny (Meret Becker; „Urlaub vom Leben“, „No Go“) zusammen. Olli (Florian David Fitz; „Der Eistag“) sieht Babette (Katharina Schüttler; „Wahrheit oder Pflicht“, „Die innere Sicherheit“) zum ersten Mal. Und Marie (Bibiana Beglau; „Kammerflimmern“, „Der neunte Tag“), glücklich verheiratet mit Frank (Johann von Bülow, „Mein süßes Geheimnis“, „Nach fünf im Urwald“), erinnert sich an Jan (Sebastian Blomberg, „Alles auf Zucker!“, „Anatomie“), der vor fünf Jahren ohne ein Wort aus ihrem Leben verschwunden ist. In der Nacht schreibt Marie einen Brief an ihre alte Liebe Jan. Doch die Worte, nach denen sie all die Jahre gesucht hat, wollen ihr auch diesmal nicht einfallen und so wirft sie oihn unachtsam weg. Als Frank den Brief am nächsten Tag zerknüllt im Mülleimer findet, ist er tief berührt von Maries Geständnis, dass sie Jan noch immer liebt. Frank beschließt, den Brief ohne Maries Wissen an Jan abzuschicken.

Bild 1 zu 3° kälter
Jan (Sebastian Blomberg) ist plötzlich wieder da.

Als Jan plötzlich und unerwartet wieder auftaucht, beginnt nicht nur für Frank und Marie eine Zeit der Prüfung. Denn jeder der Freunde ist gezwungen, sich auf seine Weise zu fragen, was wichtiger ist, zu lieben oder geliebt zu werden.

Kritik:


Florian Hoffmeister, Kameramann bei vielen Film- und Fernsehproduktionen wie „Liegen lernen“ oder diversen „Tatort“-Folgen, hat zum ersten Mal Regie geführt. Damit hat er sich eindeutig überfordert. „3° kälter“ scheitert auf der ganzen Linie an den zu hohen Ansprüchen, die sich dieser Liebesfilm setzt. Daß Hoffmeister eventuell durch die Begeisterung für einen Klassiker ins Verderben geführt wurde, könnte wenigstens ein schwacher Trost sein. De Ausgangslage von „3° kälter“ erinnert ein wenig an „Theorema“ von Pier Paolo Pasolini. Bei Pasolini bekommt eine Industriellen-Familie Besuch von einem entfernten Verwandten. Jedes Familienmitglied gerät durch die bloße Präsenz des schweigsamen dunkelhaarigen Mannes in eine tiefe Krise, die sie völlig aus der Bahn wirft.

Bild 2 zu 3° kälter
Wirklich ein Fall von Unwiderstehlichkeit?

Auf eine ähnliche Erschütterung mag Hoffmeister mit der plötzlichen Rückkehr Jans in den Kreis seiner Freunde abgezielt haben. Tatsächlich wird zu Anfang suggeriert, daß der dunkelhaarige Jan mit Mehrtagebart und braunen Augen eine große Faszination für seine Umgebung darstellt. Schließlich schleicht sich seine Ex-Freundin Marie nachts aus dem Ehebett und verfaßt an ihn einen hochpoetischen Brief, der wie mit Herzblut geschrieben ist. Auch wird Jan zum Gegenstand ihrer Tagträume. Sie halluziniert sogar das Kind, das sie sich so gewünscht, aber nie mit ihm gehabt hat. So weit erweist sich das Drehbuch, das Hoffmeister zusammen mit Mona Kino verfasst hat, wunderbar einfühlsam und stimmig. Jans Wirkung als Mann scheint tatsächlich erheblich zu sein.

Bild 3 zu 3° kälter
Marie (Bibiana Beglau) schwimmt in Erinnerungen.

Bei einer Zwischenlandung auf dem Weg nach Deutschland braucht Jan nur zu sagen, es gebe wohl ein Problem mit seinem Gepäck, schon nimmt ihn eine Stewardeß zu sich nach Hause und in ihr Bett. Das Womanizer-Image wird dann noch fortgesponnen: Seine Mutter gesteht ein, vergessen zu haben, wie gut er aussieht, was seinem kleinen Bruder Olli (Florian David Fitz) wenig zu schmecken scheint. Aber, und da fängt das Problem an, dieser Eindruck wird nur sparsam eingestreut. Es wirkt dadurch beliebig, wie ein zusätzlicher, nicht ausgearbeiteter Gedanke, den szenisch auszufüllen Hoffmeister vergessen hat. Oder er traute es sich nicht zu. Marie, die Jan schon vor seiner Rückkehr immer wieder halluziniert hat, sträubt sich zunächst gegen Jan, läßt sich aber dann doch von ihm bezaubern und hinreißen. Frank, Maries Ehemann, wird sichtlich nervös, macht aber keine Anstalten, um seine Frau zu kämpfen. Stattdessen räumt er demonstrativ das Feld.

Bild 4 zu 3° kälter
Frank (Johann von Bülow) ist bereit, Marie aufzugeben.

Die bedingungslose Kapitulation von Jans Umgebung zu zeigen, hätte nur Plausibilität, wenn Jan als Eroberer dargestellt wäre. Ausgestattet mit einer Souveränität, die ihn den anderen überlegen macht. Das aber hat Hoffmeister nicht getan. Dafür legt Sebastian Blomberg seinen Jan auch zu introvertiert an – und zu kindisch. Bei diesem Typ kommt man nicht umhin, den Einsamer-Wolf-Look für eine spätpubertäre Masche zu halten, mit der die Herzen kleiner Mädchen gebrochen werden sollen. Doch dafür hätte sich Hoffmeister jüngere Darsteller nehmen sollen, denen man abnimmt, auf soetwas hereinzufallen. Anfangdreißiger, alle irgendwie in festen Händen und sogar festen Jobs, sollen reihenweise durch einen nicht selten debil lächelnden Typen aus ihrer Vergangenheit außer Fassung gebracht werden, so dass sie an ihrem bisherigen Leben zweifeln? Von einem, der, wie die Anfangsbilder nahelegen, fünf Jahre an der spanischen Antlantikküste damit verbracht hat, planschend in die Brandung zu laufen oder zum Horizont zu stieren? Damit die Geschichte darüber nicht völlig lächerlich erscheint – erzählt Hoffmeister sie gar nicht erst. Oder nur in Andeutungen, die bedeutungsschwer waberndes Schweigen münden. Verstummen als Notausgang eines unfähigen Erzählers.

Bild 5 zu 3° kälter
Jan (Sebastian Blomberg) und die Wellen

Man nehme nur die Szene, die die Keyline des Films transportieren soll. Jan sitzt mit Steini in dessen Maleratelier, die beiden blicken durch eine breite Glasfront nach draußen. Spätherbstsonnenschein. Ob er denn erwartet hätte, daß man ihn mit Blaskapelle am Bahnhof empfängt, fragt Steini. Jan verneint irgendwie. Pause. Dann Jan: „Wußtest du, daß es am Bahndamm immer drei Grad kälter ist?“ Pause. Steini schüttelt, hektisch, wie von einem plötzlichen Fieber gepackt, den Kopf. Der Rest ist Schweigen. Und tröpfelnde Töne eines Zupfinstruments. Sie signalisieren dem Publikum: Denk nach über das Gehörte und Erschwiegene. Und komme vielleicht zu dem Schluß: Aha, der Reisende ist emotional erkaltet. Wenn das Gezupfe nicht zu vernehmen ist, werden Szenen hemdsärmelig dadurch aufgelöst, daß jemand vom Tisch aufsteht, aus der Tür geht oder eine Tanzfläche verläßt. Das erscheint auf Dauer noch einfallsloser als das Saitenspiel, denn es geschieht jedesmal unmotiviert und abrupt. Hoffmeister ist unfähig, die Szenen zu verknüpfen, sie ineinander übergehen zu lassen. Auch deshalb runden sich die zu starren Tableaus gerinnenden Bilder nicht zu einer Geschichte, gibt es nur Stocken, kein Fließen.

Bild 6 zu 3° kälter
Irgendwann gibt es auch für Jan wieder Stoppschilder.

Darüber hinaus wächst Hoffmeister die Form des Ensemblefilms schlicht über den Kopf. Es sind einfach zu viele Figuren im Spiel. Die eine Hälfte erwacht nur halb zum Leben, die andere gar nicht. Damit auch Jans Eltern noch irgendwie eine dramaturgische Daseinsberechtigung haben, fräst sich Hoffmeister in einem halsbrecherischen Black&Decker-Tempo durch die dicksten Bretter des Familienmelodrams: Die Mutter verschreibt sich als Ärztin selbst die schweren Schlafmittel, die sie schluckt wie andere M&Ms. Der Vater ist als Superanwalt natürlich entsprechend herzlos. Jans kleiner Bruder Ollie gibt ein bißchen die Krankenschwester für die Mama. Jan klagt über seinen Vater, man wüßte nie, wie der Vater genau meint was er sagt. Womit Jan ganz unfreiwillig die Irritation des Zuschauers angesichts dieses Films auf den Punkt bringt. Die Katze in Jans Elternhaus hat schon ziemlich am Anfang Reißaus genommen, und der Zuschauer sollte es ihr gleichtun.

Fazit:


Statische Bilder, ein Beziehungsdreieck aus der Mottenkiste, Dialoge aus der Schreibwerkstatt, entnervende Tiefsinnigkeitsheischerei und eine schematische Inszenierung machen diesen Film zu einem Ärgernis des vermeintlich engagierten deutschen Leinwandschaffens. Regisseur Florian Hoffmeister ist zu raten, seiner ursprünglichen Tätigkeit als Kameramann zurückzukehren. Denn alles andere kann er definitiv nicht und muß es komplett anderen überlassen.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Andreas

Eingetragen am:

08.02.2006

Aufgerufen:

9306 Mal

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