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 | 24/7 The Passion Of Life |  | | |
24/7 The Passion Of Life, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2006 | | Herstellungsland: | Deutschland | | Regie: | Roland Reber ("Pentamagica") |
| Drehbuch: |
Mira Gittner, Roland Reber |
| Darsteller: | Marina Anna Eich, Mira Gittner, Michael Burkhardt u.a. | | Verleih: | wtp international | | Genre: | Drama | | Länge: | 115 Minuten | | FSK:
| ab 18 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "24/7 The Passion Of Life" | 
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Inhalt:
Durch eine Motorradpanne treffen die beiden völlig unterschiedlichen Charaktere Eva (Marina Anna Eich) und Magdalena (Mira Gittner) aufeinander. Eva führt ein erzkonservatives, gesittetes Leben als Hotelierstochter, ist mit den Ansprüchen die von ihrem Umfeld ununterbrochen gestellt werden wenig zufrieden. Magdalena hingegen betreibt unter dem Synonym „Lady Maria“ ein SM-Studio und genießt ein freies und unbeschwertes Dasein. Schnell überwindet Eva ihre Ängste vor der ihr völlig fremden Welt und nutzt ihre Bekanntschaft, um Einblick in neue sexuelle Welten und auch ihre eigene Sexualität zu gewinnen, die sie aufgrund ihres goldenen Käfigs immer versteckt halten musste.
Die absoluten Gegensätze: Domina Magdalena (Mira Gittner)...
Im SM-Studio eingeführt, begegnet Eva einer Vielzahl von skurrilen Persönlichkeiten, wie ein älterer Herr, der unter dem Spitznamen Elfriede (Reinhard Wendt) Lady Maria als Putzsklave dient oder Dominik (Christoph Baumann), der sich noch schwer damit tut seinen christlichen Glauben und seine sexuellen Domina-Vorlieben unter einen Hut zu bringen und deshalb den Leidensweg Christi auf seine eigene Weise nachempfinden will. Magdalena rät Eva davon ab direkt in die SM-Szene einzusteigen, stattdessen einen Swinger-Club zu besuchen. Dort lernt sie Mike (Michael Burkhardt) kennen, der sie als Reiseleiter durch ihre Sexualität begleitet.
.... und die brave Hotelerbin Eva (Marina Anna Eich).
Zunehmend wird Eva offener, versucht verzweifelt einen Strich unter ihr von Konventionen bestimmtes Leben zu ziehen. Doch schon bald stellen sich Probleme ein. Zum einen lehnen ihre alten Freunde ihre neue sexuelle Offenheit grundlegend ab. Zum anderen äußert sie Mike gegenüber den Wunsch mit mehreren Männer gleichzeitig schlafen zu wollen, ohne zu wissen, dass Mike sich mittlerweile hoffnungslos in sie verguckt hat. Als besonders schwierig stellt sich allerdings heraus, dass ihr Vater (Zoltan Paul) nichts von ihrem neuen freizügigen Lebensstil, geschweige denn von den Besuchen im SM-Studio oder im Swinger-Club wissen darf. |
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| Kritik:
Sexualität entwickelt sich zunehmend zu einer oft verwendeten Thematik in der Filmbranche. Wo Patrice Chereaus „Intimacy“ 2001 noch durch einen erigierten Penis für Wirbel sorgte, ist eben diese Darstellung längst kein Einzelfall mehr. Mittlerweile beschäftigt sich eine Vielzahl von Filmen mit allen möglichen Facetten der Sexualität und unterstreicht das Vorhaben mit expliziten, oft als pornographisch beschimpften Sexszenen. Ob Larry Clarks Gesellschaftsstudie und KinoKontrovers-Beitrag „Ken Park“, der britische Film „9 Songs“ oder das Hardcore-Episodendrama „Shortbus“, das es sogar in die deutschen Kinos geschafft hat. Alle zeichnen sich in erster Linie durch unverblümte, provokante Sexsequenzen aus, wie man sie sonst nur in der Pornoindustrie zu sehen bekommt. Selbst etablierte Schauspieler wie Eric Balfour und Lauren Lee Smith geben sich in „Lie with me“ die Ehre und zeigen alles, was sie zu bieten haben. Doch mit sexueller Stimulierung des Publikums hat das meist wenig zu tun. All diese Filme haben verschiedene, wichtige Aussagen, auch wenn der Vorwurf der Provokation nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist. „24/7- The passion of life“ darf nun als deutscher Beitrag zu dieser „Sexwelle“ verstanden werden. Trotz einer sehr behäbigen Inszenierung und vergleichsweise sanften Erotikszenen, versteht es der Film wesentlich facettenreicher daher zu kommen, als seine Genrekollegen.
Eva findet Gefallen an Tabledance.
Wo oben genannte Filme sich nicht ausdrücklich mit moralischen Konventionen und der Sextabuisierung der Gesellschaft beschäftigten und viel mehr das Innenleben der Protagonisten, als die Reaktion des Umfelds unter die Lupe nahmen, holt „24/7- the passion of life“ dies nun nach. Selbstverständlich wird Evas sexueller Wandel von ihrer Familie und Freunden als verwerflich und unnachvollziehbar aufgenommen. Doch die Frage ist warum? Wieso kann Blümchensex in der Öffentlichkeit gerade noch so besprochen werden, während man von anderen, radikaleren, sexuellen Praktiken verschämt den Blick abwendet? Wieso hat die Menschheit Angst vor Sexualität, wo diese doch zu den natürlichsten Dingen auf der Welt zählt? Die einschlägigen Etablissements werden in „24/7“ als paradiesischer Rückzugspunkt dargestellt, vor allem aus der Sicht der Figur Eva. Hier erhält sie das erste Mal in ihrem Leben das Gefühl frei zu sein und ihre Lüste und Wünsche voll ausleben zu dürfen. Als gelungener Kontrast wirkt hierzu der spießige Hotelalltag, der keinen Platz für Leidenschaft lässt. Würde es der Gesellschaft besser gehen, wenn diese ihre sexuellen Wünsche immer und überall ausleben könnte? Eine Antwort auf diese Fragen liefert Regisseur Roland Reber nicht, jedoch zeigt er ausreichend Denkansätze auf. Der SM-Backround ist rein metaphorischer Natur, trotzdem werden interessante Einblicke in dieses Milieu gewährt.
Magdalena in ihrer Dominarolle „Lady Maria“.
Außerdem nimmt „24/7- the passion of life“ auch deutlich die Doppelmoral der Bevölkerung auf die Schippe. Als Eva einer ihrer Swinger-Club-Freundinnen im Alltag begegnet und sie freundlich grüßt, läuft diese Hals über Kopf schockiert davon. Hier wird allzu klar wie sehr die Deutschen Alltag und Sexleben trennen. Die ausgelebten Lüste im Sexleben, werden im Alltag als peinlich empfunden. Neben diesen weltbewegenden Fragen bleibt ausreichend Platz für noch pikantere Themen. Dass der Missbrauch eines 90-jährigen als Putze unerhört ist, muss gar nicht gesagt werden. Jedoch sollte dieser Aspekt nicht allzu ernst genommen werden. Viel besser funktioniert die Figur des Dominik. Er stellt die Verbindung zwischen dem christlichen Glauben und sexuellen Gelüsten her. Zunächst scheint es, als könnten diese beiden Welten nie auf einen Nenner gebracht werden. Doch mit Hilfe von Lady Maria löst er diesen Zwiespalt mit dem Nachempfinden des christlichen Leidenswegs. Besonders dieser Handlungsstrang polarisiert, obwohl er sehr naheliegend ist. Der Ursprung der menschlichen Verklemmtheit ist eindeutig bei der Kirche und in der Religion zu suchen.
Dominik (Christoph Baumann) hat den christlichen Leidensweg überstanden.
Bei all diesen sehr guten Ansätzen wirkt die miserable Inszenierung des Films wie eine schier unüberwindbare Barrikade zwischen den suggerierten Botschaften und dem Publikum. Besonders in der ersten Hälfte haben die Dialoge den Holzhammer Gepäck, wirken sehr plump und aufgesetzt und lassen die teils soliden Schauspieler wie einfältige Amateure aussehen. Speziell die beiden Hauptdarstellerinnen Martina Anna Eich und Mira Gittner spielen sichtlich bemüht gegen das schwache Drehbuch an, doch haben keine Chance. Der Rest der Schauspielriege setzt sich tatsächlich aus Laiendarstellern zusammen, was deutlich zu merken ist. Vieles wirkt elanlos aufgesagt und wenig glaubwürdig. Die Kameraführung ist starr und billig. Der Schnitt ist schlicht und einfach öde. Die Kulissen wirken unecht. Optisch kommt der Streifen selten über die eines handelsüblichen Billig-Softpornos hinaus. Bei den Erotikszenen gibt sich Reber etwas mehr Mühe eine gewisse Ästhetik heraufzubeschwören, doch scheitert kläglich durch die eigenen, limitierten Fähigkeiten. Man erhält den Eindruck, dass Reber selbst das 1x1 der Inszenierung nicht zu beherrschen scheint. „24/7“ ist nicht eine Sekunde lang erotisch. Keine gute Ausbeute für ein Erotik-Drama. So verkommen die zweifellos hervorragenden Denkansätze und der Mut zur Wahrheit zu einem amateurhaft gefilmten Desaster, das man sicherlich nicht gesehen haben muss. |
| | Fazit: Durch die gänzlich misslungene Inszenierung schafft „24/7- the passion of life“ es nicht, seine kontroversen, aber sicherlich wichtigen und klugen Botschaften zu suggerieren. Schade! Mit etwas mehr Budget, einer Überarbeitung des Drehbuchs und einem erfahreneren Regisseur hätte der Streifen ein einzigartiges Filmerlebnis werden können. |
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