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2:37

 

Two Thirty Seven, 2006

 
Poster zu '2:37' kaufen
deutscher Start:2007
Herstellungsland:USA
Regie:Murali K. Thalluri
Drehbuch: Murali K. Thalluri
Darsteller:Teresa Palmer, Sam Harris, Frank Sweet u.a.
Verleih:

Senator
Genre:

Drama
Länge:99 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Website:

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Inhalt:


Zunächst scheint es wie ein normaler Tag an einer Schule in Australien. Doch schon bald wird auf der Toilette ein grauenvoller Fund gemacht. Ein Teenager hat sich das Leben genommen. Rückblickend wird nun der Tagesablauf von unterschiedlichen Schülern beleuchtet, die als Selbstmörder in Frage kommen. Da wäre zum einen das Geschwister-Pärchen Marcus (Frank Sweet) und Melody (Teresa Palmer), die beide unter dem Druck ihres Vaters zu leiden haben. Während Marcus ihm offensichtlich nichts Recht machen kann, fühlt sich Melody von ihren Eltern vernachlässigt und hütet außerdem ein weiteres, erschreckendes Geheimnis.

Bild 1 zu 2:37
Das vernachlässigte Sensibelchen: Melody.

Dann wäre da Sarah (Marni Spillane), die mit dem Schulschwarm Luke (Sam Harris) zusammen ist und der Bulemie verfällt, da sie glaubt, sie würde ihrem Freund nicht gerecht. Dieser dagegen versucht ebenfalls den Schein des selbstverliebten, körperbetonten Sport-Ass zu wahren, um seinen guten Ruf nicht zu verlieren, denn auch er hat ein Geheimnis. Außerdem sind da noch die beiden Außenseiter Sean (Joel MacKenzie) und Steven (Charles Baird). Während Sean aufgrund seiner Homosexualität auf Ablehnung stößt, leidet Steven unter einem behinderten Bein und einer seltenen Form der Inkontinenz und wird daher von seinen Schulkollegen verstoßen. Gründe für einen Selbstmord haben sie alle, doch welchen wird es treffen? Welcher Schüler wird um 2:37 seinen letzten Atemzug tun?

Kritik:


„Es ist ein Jungle“ beschreibt Luke den Alltag an heutigen Schulen sehr passend, denn hier gilt es sich Anerkennung zu verschaffen und sich zu behaupten, Fassaden zu errichten, um eigene Schwächen zu verdecken, die Gegnern als Angriffsfläche dienen könnten, denn die Jugend von heute ist oftmals gnadenlos und ungerecht, nicht „die schönste Zeit des Lebens“ wie es oft gerne behauptet wird. Diesem brisanten Thema hat sich der australische Debutant Murali K. Thalluri mit seinem Film „2:37“ gewidmet, der prompt in das Repertoire des Autobahn-Labels („Hard Candy“, „Brick“, „Shortbus“) aufgenommen wurde. Das Label tut gut damit, denn „2:37“ fasst viele heiße Eisen der heutigen Gesellschaft an und schildert glaubwürdig, wenn auch ein wenig überspitzt, was in den Klassenräumen von Heute los ist. Mit seiner andersartigen, gewagten Dramaturgie und einer Stilisierung, die stark an Gus van Sants großartiges Schulmassaker-Drama „Elephant“ erinnert, ist „2:37“ einer der intensivsten und denkwürdigsten Filme der letzten Zeit.

Bild 2 zu 2:37
Der schwule Kiffer: Sean.

Der einzige Vorwurf den man „2:37“ machen könnte gleich zu Beginn: Die riskante Dramaturgie, die auf die Frage „Wer ist der Selbstmörder?“ hin arbeitet, dürfte nicht jedem Zuschauer gefallen. Wie in einem Thriller werden immer mehr Puzzle-Teile, nämlich die tragischen Geheimnisse der Protagonisten, aufgedeckt, womit eine spannungsschürende Ebene entsteht. Thalluri nutzt hier das Leid seiner Charaktere, um Unterhaltungwerte und Überraschungseffekte zu schaffen. Wie auch immer man dieser Herangehensweise gegenüber steht, ob man sie für unnötig effekthascherisch hält oder sie einfach so hin nimmt, spannend ist sie in jedem Fall. Aber „2:37“ hätte möglicherweise auch ohne diesen zweifellos interessanten Kniff funktioniert, denn die Tragik der Figuren gibt auch so genug her, um den Zuschauer mitzureißen. Die Charaktere sind zwar sehr stereotypisch gezeichnet, aber durchaus zweckdienlich, da viele Gruppierungen, die im Schulalltag zu finden sind, abgedeckt werden. Die Themen die in das Schlachtfeld Schule und dessen Stellungskämpfe authentisch eingebunden werden, reichen von Homosexualität, über Bulemie, Inzest, grundsätzlicher Vernachlässigung und dem Gefühl der Perspektivlosigkeit und Vereinsamung bis hin zu körperlichen Behinderungen, die Spott und Hohn hervor rufen. Besondere Einblicke in das Innenleben der Charaktere verschaffen Interview-artige Einschübe, wenn die Figuren kleine Anekdoten erzählen oder über intime Erfahrungen berichten.

Bild 3 zu 2:37
Der eingebildete Schulschwarm: Luke.

Was die Handlung betrifft, lotet Thalluri wahrlich die Grenzen der Glaubwürdigkeit aus. Sein Film ist zu 110% auf Elend getrimmt. Im Leben der Teenager scheint es keinen einzigen Lichtblick zu geben. „2:37“ hinterlässt eine durch und durch deprimierende Stimmung und macht dem Zuschauer überdeutlich klar, dass Teenager es oftmals nicht wirklich leicht haben, auch wenn oft das Gegenteil behauptet wird. Einige seiner Twists sind sogar dermaßen radikal ausgefallen, dass man sie fast schon als zu konstruiert bezeichnen möchte. Doch hier muss, traurig aber wahr, das Sätzchen „es wäre möglich“ fallen, denn die psychologischen Gedankengänge sind zu jedem Zeitpunkt schlüssig. Die Handlungsweisen und Reaktionen aller Beteiligten sind stets nachvollziehbar und bestens nachzuempfinden. Das ist wohl die größte Stärke von „2:37“. Großes Lob verlangt auch die Riege der jungen, unbekannten Schauspieler, die allesamt starke Leistungen erbringen und ihren Figuren auf einfühlsame Weise Leben einhauchen. Besonders die Darstellung von Teresa Palmer als Melody fällt erstaunlich intensiv aus.

Bild 4 zu 2:37
Der körperlich behinderte Außenseiter: Steven.

Dass „2:37“ stilistisch sehr stark an „Elephant“ erinnert, ist kein Zufall. Thalluri dankt im Abspann sogar Gus van Sant für die Inspiration. Erfreulicherweise reicht das Jugend-Drama inszenatorisch an die Raffinesse der Schulmassaker-Analyse heran. Auch hier schwirrt die blasse Bilder einfangende Kamera wie ein Voyeur um die Figuren herum, kommt mit nur wenigen Schnitten aus und wechselt in einer einzigen Einstellung mehrfach den Fokus auf verschiedene Figuren. Oft filmt Thallori eine Szene einige male aus verschiedenen Perspektiven und stellt so immer mehr Zusammenhänge zwischen den Protagonisten her. Für die musikalische Untermalung sorgen auch wieder sanfte Piano-Klänge, oft mit klassischen Motiven. Man könnte fast sagen die Inszenierung von „Elephant“ wurde hier vollends perfektioniert. Das ultrahart inszenierte Finale, der Selbstmord nach einem überraschenden, aber einleuchtenden Schlusstwist, geht noch einmal richtig unter die Haut und setzt einen wahrlich denkwürdigen Punkt, der lange nachwirkt.

Bild 5 zu 2:37
Die magersüchtige Schönheit: Sarah.

Zurück bleibt ein erschüttertes Publikum und ein Nachruf an eine verstorbene Freundin von Murali K. Thalluri, der wohl signalisieren soll, dass „2:37“ auf teilweise wahren Begebenheiten beruht und umso schockierender wirkt. Dieser Film wird einigen die Augen öffnen, speziell so manchen Eltern, die wohl keine Ahnung haben, wie hart der Schulalltag ihrer Zöglinge manchmal sein kann und mit welch vielfältigen Problemen sie sich auseinander setzen müssen und auch vielen Schülern, die sich oft mit ihren Problemen alleine sehen, obwohl jeder sein Sorgen-Päckchen mit sich herum zu tragen hat, denn auch wenn Thalluri hier in jeder Hinsicht vom schlimmsten aller Fälle ausgeht, steckt doch in allen seiner Handlungsstränge eine dicke Portion Wahrheit. Doch lassen wir, zum Schluss der Rezension, den guten Luke noch einmal zu Wort kommen: „Manchmal sind wir so sehr mit unseren eigenen Problemen beschäftigt, dass wir andere gar nicht wahr nehmen.“

Fazit:


Intensives, stark inszeniertes und gespieltes Jugend-Drama, das zwar nicht allzu höflich mit seinen klischeehaften Figuren umspringt, aber durch kompromisslose psychische Härte eine wachrüttelnde Wirkung nicht verfehlt.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

02.09.2007

Aufgerufen:

6253 Mal

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