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Evil

 

Ondskan, 2003

 
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deutscher Start:2004
Herstellungsland:Schweden
Regie:Mikael Håfström ("Drowning Ghost")
Drehbuch: Jan Guillou, Hans Gunnarsson, Mikael Håfström
Darsteller:Andreas Wilson, Henrik Lundström, Gustaf Skarsgård u.a.
Verleih:

e-m-s
Genre:

Drama
Länge:109 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Schweden in den 50er Jahren: Der rebellische 16-jährige Erik (Andreas Wilson) wird von seiner Mutter (Marie Richardson) - nach einer Schlägerei zuviel - auf das Elite-Internat Stjärnsberg geschickt und erhält hier seine letzte Chance auf einen Schulabschluss.

Bild 1 zu Evil
Die schöne Fassade des Elite-Internat Stjärnsberg trügt.

Hinter der elitären Fassade offenbart sich jedoch ein unmenschliches System aus Demütigung und Unterdrückung, ausgeübt von den älteren Schülern gegenüber den Jüngeren. Wie lange kann Erik dies alles ertragen? Er ist seinen Mitschülern im Faustkampf weit überlegen, aber wenn er zurückschlägt, fliegt er von der Schule...

Kritik:


Boshaftigkeit bekommt ein Neugeborenes nicht in die Wiege gelegt, sondern entspringt meist dem Missbrauch. Irrelevant ob dieser von sexueller oder gewalttätiger Natur ist, spiegelt das Endresultat oft Machtlosigkeit wieder. Solche Situationen drängen den Menschen wiederum zu einem Verhaltensmuster das dem eines Tieres gleicht („Wenn man ein Tier in die Ecke drängt, beißt es.“). Brutale Auseinandersetzungen in bereits jungen Jahren wie in „Evil“ sind dann keine Seltenheit mehr. Denn auch Erik tritt in die Fußstapfen seines Stiefvaters und wird zum Peiniger anderer. Ein Weg um den Schmerz zu kompensieren, welcher sein männlicher Vormund ihm bei jeder Gelegenheit zusetzt. Besser sieht es auch nicht mütterlicherseits (Marie Richardson) aus, die unter Zuhilfenahme von klassischer Musik die Peitschenhiebe übertüncht, um ihre, für mich unverständliche, Hilflosigkeit zu verdrängen Aber als ob das nicht schon schlimm genug wäre, gibt es einen Schulverweis obendrein mit folgendem lapidaren Abschiedssatz des Direktors: „[…] das einzige was du brauchst ist eine Trachtprügel!“. Pädagogisch gesehen eine Katastrophe und der Zuschauer kann die Reaktion einzig mit einem Kopfschütteln quittieren.

Bild 2 zu Evil
Eriks Stiefvater bestraft ihn für Nichtigkeiten und lässt seinen Frust ab.

Regisseur Mikael Håfström erzählt auf der Grundlage von Jan Guillous Novelle „Ondskan“ einen sehenswerten Kampf gegen Ungerechtigkeit und Ignoranz. Im Mittelpunkt des Geschehens steht dabei Erik Ponti, der durch seine Tyrannei gegenüber anderen Mitschülern nur noch das Elite-Internat Stjärnsberg als letzte Chance wahrnehmen kann. Ausgerechnet hier findet er aber ein Klassensystem vor, dass geradezu darauf aus ist ihn in jeder Situation zu schikanieren. Für eine Person, welcher es widerstrebt blind Regeln zu gehorchen, die Hölle auf Erden. Doch bleibt Erik nichts anderes übrig als sich zu fügen und an den neuen Konflikten zu wachsen. Optimistisch betrachtet ist es sogar das Beste, was ihm hätte passieren können. Langsam lernt er den legalen und friedvollen Weg wahrzunehmen und überwindet vereinzelte Provokationen. „Onskan“ („Evil“) ist neben der Echtheit der Geschichte (Namen etc. wurden abgeändert) für mich ein kleiner aber ausdrücklicher Aufruf den eigenen Mitmenschen mehr Beachtung zu schenken. Besonders in unserer Zeit, bei den Schicksalen von einzelnen Menschen lediglich als Nummer Platz in verstaubten Akten finden.

Bild 3 zu Evil
Rechts: Der Wolf im Schafspelz - Otto Silverhielm (Gustaf Skarsgård)

„Evil“ erinnert mich an das Buch „The Wave“ von Morton Rhue. Hier besteht ein ähnliches faschistisches System, das Schüler in höheren Ämtern zum Verlust ihrer Urteilskraft über das richtige Maß an Machtausübung verleitet. Die Würde wird ebenfalls mit Füßen getreten und die dunkle Seite der menschlichen Natur tritt hervor, ganz nach dem Prinzip des Stärkeren. Wem das in der Schule oft gelesene Buch gefiel bzw. die Thematik interessierte, wird der Film begeistern. Im Stile der 50er Jahre untermauert Mikael Håfström die Wichtigkeit des Satzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Die knapp zwei Stunden Filmlaufzeit umfassen Bilder von Liebe, Hass, Freundschaft und expliziter Brutalität. Zu sehen gibt es einige prägsame Situationen, die den Zuschauer zum nachdenken anregen und das Leid der geschundenen Seele Erik vermitteln. „Evil“ beweist das „Faschismus“ und deren Auswüchse nicht nur ein Problem der Deutschen waren. Sicherlich findet man heute noch jene Denkweise in abgeschwächter Form in den einen oder anderen Internaten sowie Köpfen.

Bild 4 zu Evil
Das Schikanieren von Mitschülern ist an der Tagesordnung.

Andreas Wilson performt Erik Ponti und legt ein gelungenes Debüt hin. Sein Blick hält die in Eriks brennende Wut durchweg gegenwärtig und lässt den Beobachter vor der Mattscheibe jede Gefühlshöhe und –tiefe spüren. Dennoch wirkt er oft wie ein kalter Killer, was eventuell an dem im Drehbuch beschriebenen Charakter liegt. Hierunter leidet ein wenig die Glaubwürdigkeit. Es gibt keine Minute im Film, in dem Erik den Tränen nachgibt oder zumindest bei seiner Liebe Maja (Linda Zilliacus) die kalte Oberfläche abschüttelt statt die nächste warmherzige hervorzuzaubern. Einzig Kontrast bietet das liebevolle Lächeln gegenüber ihr oder Klassenkamerad und Freund Pierre Tanguy (Henrik Lundström). Schauspielkollege Johan Rabaeus geht ebenfalls in seiner Rolle als Eriks sadistischer und von Unzufriedenheit geplagter Vater vollends auf. Die Mimik ist einfach beängstigend und zeichnet eine immer währende tickende Zeitbombe ab. Otto Silverheim, gespielt von Gustaf Skarsgård, ergänzt ihn traurigerweise mit der gleichen grauensamen Ader auf dem Internat.

Bild 5 zu Evil
Durch Maja (Linda Zilliacus) erfährt Erik erstmalig echte Zuneigung und Liebe.

Musikalisch hält sich „Evil“ zurück und bringt nur in gefühlsbetonten bzw. harten Szenen klassische Töne hervor. Darin werden vorwiegend auf Klavier und Streichinstrumente gesetzt. Auf diese Weise erhält speziell das Klavierstück im Film einen ausgesprochen faden Beigeschmack.

Fazit:


„Evil“ ist ein sehenswerter Film aus dem Norden und mein absoluter Kauftipp. Die herzergreifende Geschichte unterhält bis zum Schluß.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Tamas

Eingetragen am:

22.02.2005

Aufgerufen:

25919 Mal

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