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 | Tetsuo - The Iron Man |  | | |
Tetsuo, 1988 | |
|  | deutscher Start: | 2005 | Herstellungsland: | USA | Regie: | Shinya Tsukamoto ("Haze") |
Drehbuch:
| Shinya Tsukamoto |
Darsteller: | Tomorowo Taguchi, Kei Fujiwara, Nobu Kanaoka u.a. | Verleih: | Experimentalfilm | Genre: | Action/Horror/Sci-Fi | Länge: | 67 Minuten | FSK:
| ab 18 Jahren |
Website: | Link nicht vorhanden | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Tetsuo - The Iron Man" | |
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Inhalt: Ein junger Angestellter (Tomorowo Taguchi) lebt in einer schrottplatzartigen Gegend und bewohnt dort eine kleine Hütte nebst all seinem Schrott und Metall. Nach einem Autounfall beginnt der Mann sich unter unvorstellbaren Schmerzen Metallgegenstände in seinen Körper zu implantieren.
Der pure Terror steht im näher denn je.
Nach und nach mutiert er zu einer grausamen Stahlkreatur die seinen menschlichen Körper übernommen hat und seine Züge lenkt. Welcome to the World of Shinya Tsukamoto... |
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| Kritik: Oft wird „Tetsuo - The Iron Man“ mit den Werken David Lynchs verglichen, doch einer früheren Skulpturbauweise Salvadore Dalis kommt Shinyas Film eher gleich. Dali verbrachte viel Zeit damit, bösartig aussehende und mit anderen Gegenständen fusionierte, surreale Abbilder eines Menschen zu kreieren. In „Tetsuo“ trifft in etwa genau diese Struktur als Hauptaugenmerk zu. Der Mensch, vielmehr alles lebende aus Fleisch und Naturalien bestehende, mutiert zu einem eiskalten Metallgestrenge aus Eisen und Stahl. Die Welt wird aufgefressen! Der zu schnelle Fortschritt der Technologie gerät in Tsukamotos Alptraum unter Beschuss. Ein Lebewesen muss Leben dürfen und nicht durch unnützige Dinge wie eine ständige neue Technisierung Steine in den Weg gelegt bekommen. Shinya Tsukamoto liegt viel daran, hat er doch fast all seine bisherigen Werke dem menschlichen Körper gewidmet /(Tokyo Fist, A Snake of June, Vital usw.). Sogar alte asiatische Lehren des Zen (ab dem 5. Jahrhundert nach Christus entstandene Linie des Mahayana-Buddhismus) dürften hier eine Rolle spielen. Denn diese Weisheiten legen minimalistisch zu Grunde, dass man sein Leben in den vollsten Zügen Leben soll. Doch das ständige radikale verändern der Oberfläche kommt diesen Lebensweisheiten nicht gerade positiv entgegen. Wenn es Parallelen zwischen diesen Lehren und dem Film gibt stellt Shinya diese aber nicht in Frage!
Der Stahl nimmt überhand.
Die Grundlage für „Tetsuo“ wäre hiermit gegeben. Ein Mensch der sich auf Grund ständiger Veränderungen vollkommen überfordert fühlt und ob er will oder nicht mit dieser Situation zurecht kommen muss. Das sich der Angestellte in Form von Entstellungen und Leid dieser Situation annimmt ist ein Zeichen der Ausweglosigkeit, nicht ein wie von vielen als perverse Exploitation abgestempeltes Verhalten. Denn „Tetsuo“ ist ein surreales Metaphergemetzel in dem es den Sinn der Bilder erst mal zu entschlüsseln gilt. Solche Bilderspiele erfährt der Zuschauer des öfteren und sie sind sehr wichtig da der Film fast ohne Dialoge auskommt. Doch für das Gesamtwerk des Filmes gilt: ein Rätsel wird erst so richtig interessant wenn man es nicht lösen kann! Deshalb ist „Tetsuo“ auch nichts für anspruchslose Zuschauer die mit ein paar Effekten aus der Reserve gelockt werden können. Die Effekte sind zwar unfassbar gut und professionell gemacht, aber sie stammen nicht aus dem Computer und dienen anderem Zwecke. Erst wenn man den Film komplett gesehen hat und sich das vor Augen hält wird einem bewusst, was für eine Menge Arbeit hinter diesem Projekt steckt.
Art-Design vom feinsten.
Mit „Tetsuo - The Iron Man“ definiert Tsukamoto den Experimentalfilm an sich nicht neu, aber er schenkt dieser radikalen Bewegung mehr als er sich selbst hätte erträumen können. Die revolutionäre Schnittweise (Schnitte sind kaum mehr zählbar), die wackelige Handkamera inklusive der sehr guten Kamerafahrten, das beklemmend futuristische, perfekte Art-Design und die Bildentfremdungen sprechen hier für sich alleine. Filmisch kann „Tetsuo“ mit nichts verglichen werden! Denn zu einmalig und kaum vorstellbar sind jene Bilder dieses Hardcore-Filmes. Der unglaubliche Detailreichtum des Art-Designs kommt hier voll zur Geltung. Tausende von Rohren, Schläuchen, Schrauben, Metallplatten usw. wurden hier zusammengebastelt und stets erschreckend eingefangen. Sie befinden sich oft so nah am hauseigenen Bildschirm, dass eine direkte Konfrontation zwischen Zuschauer und Film entsteht. Das dieses nah rankommen dem Zuschauer nicht immer gefallen wird ist klar, denn der einfallsreiche Gore nimmt ebenfalls kein Halt vor den Augen des Beobachters. Immer wieder wird man in extremster filmischer Form angegriffen und der ein oder andere wird sich sicherlich belästigt fühlen. Der brutale Industriale-Techno-Sound trägt nicht weniger der kranken Atmosphäre bei. Unerbittlich hämmert dieser auf den Zuschauer ein und verleiht den fremden, verstörenden Szenen/Bildern den letzten Schliff.
Auf in die letzte Schlacht.
Als Freund des Experimentalfilmes und Liebhaber der abstrakten Kunst ist es sehr schwer „Tetsuo - The Iron Man“ zu kritisieren, da der Film auf seiner funktionierenden künstlerischen Ebene mehr als gelungen ist. Hinzufügen kann ich nur das der Film nicht für jedermann gedacht ist, da stellenweise sehr brutal und verstörend sowie in seiner gesamten Form zu fremd für den normalen Kinogänger. Eine Identifizierung mit dem Hauptdarsteller ist auch nur sehr kreativen Geistern vorbehalten, da die Inszenierung stellenweise sehr Krank und nicht nachvollziehbar ist. Ein Beispiel: mit dem Symbol des Phallus bestückt (in Form eines gigantischen sich bewegenden Eisenpenis) macht sich die Nymphomanin Kei Fujiwara auf den jungen Mann zu penetrieren. „Tetsuo“ ist ein eigenständiges Filmuniversum das nicht jedem gefallen kann und soll. Für die einen eine Oase der Kreativität, für die anderen ein nicht nachvollziehbarer Schock! |
| | Fazit: „Tetsuo - The Iron Man“ ist jedem zu empfehlen der sich gerne Filme der abnormalen Art und Weise anschaut oder sich mit dem experimentellen Kino auseinandersetzen möchte. Für Mainstreaminsassen oder 08/15 Kino-Zuschauer ist „Tetsuo“ rein gar nichts, wenn überhaupt ein derber Schlag ins Gesicht. |
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