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Kung Fu Hustle

 

Gong fu, 2004

 
Poster zu 'Kung Fu Hustle' kaufen

deutscher Start:

2005

Herstellungsland:

China/Hong Kong

Regie:

Stephen Chow ("Shaolin Kickers")

Drehbuch:

Stephen Chow, Tsang Kan-cheung, Lola Huo, Chan Man-keung

Darsteller:

Stephen Chow, Yuen Wah, Kan Chia Fong u.a.

Verleih:

Columbia Pictures

Genre:

Action/Komödie/Krimi

Länge:

99 Minuten

FSK:

ab 12 Jahren

Website:

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Inhalt:


Shanghai in den 40er Jahren: Weil Korruption wie eine Plage grassiert und die Polizei angesichts des Chaos’ auf den Straßen längst aufgegeben hat, regieren Gangs die Städte nach Belieben und machen Konflikte und Machtfragen ungestört unter sich aus. Die mächtigste unter ihnen ist die Axt-Gang unter der Führung des ebenso blendend gekleideten wie völlig rücksichtslosen Bruder Sum (Kwok-kwan Chan), dessen Umgang mit der Axt, die seiner Bande den Namen gegeben haben. Die einzige Zuflucht vor dem Einfluss der Axt-Gang sind die heruntergekommenen armen Fleckchen außerhalb der Stadt. Zum Beispiel der Gebäudekomplex in der "Schweinestallgasse", die ihrem Namen immer wieder alle Ehre macht. Es ist ein liebevoller, randvoll mit Menschen gefüllter Mikrokosmos, in dem es alles gibt, was man sich wünschen kann, außer Reichtum, Luxus und Gangs. Was nicht heißt, dass es nicht auch in der "Schweinestallgasse" eine strenge Hierarchie gibt: Das Sagen hat der Vermieter (Wah Yuen), der sich von den Bewohnern gerne Geschenke machen lässt und den Frauen hinterher schaut, sehr zum Missfallen seiner Frau, der Vermieterin (Qiu Yuen), der wahren Macht in der Schweinestallgasse, die mit eiserner Faust über ihr Gebäude herrscht und die Mieten mit unkonventionellen Methoden eintreibt.

Bild 1 zu Kung Fu Hustle
Sing und sein schläfriger Sidekick Gu taugen nicht als Erpresser.

In diese vermeintlich harmlose Idylle platzen eines Tages völlig unvorhergesehen der notorisch vom Pech verfolgte Glücksritter Sing (Stephen Chow) und sein Kumpel Gu (Chi Chung Lam). Obwohl sie völlig harmlos sind, markieren sie erst einmal den dicken Max und tun so, als gehörten sie zur Axt-Gang. Das Gehabe hat nicht den gewünschten Erfolg: Die Einwohner der „Schweinestallgasse“ denken nicht im Traum daran, Sing und seinem Freund deshalb irgendetwas umsonst zu geben. Im Gegenteil: Schnell haben die beiden sämtliche Bewohner gegen sich aufgebracht und rufen damit die echte Axt-Gang auf den Plan, die umgehend klarstellen wollen, wer hier in der Stadt der Boss ist...

Kritik:


Stephen Chow trägt zu recht den Titel „King of Comedy“ - zu vergleichen etwa mit dem, was Michael Hui für die 70iger und Karl Maka für die 80iger Jahre in Hongkong repräsentierten -, darüber hinaus ist er momentan der erfolgreichste und populärste Regisseur in Hongkong. In unseren Längen- und Breitengarden jedoch ist er ein ziemlich Unbekannter und wird dies vermutlich auch weiterhin bleiben. Eigentlich hätte sich das ändern können, als sein in ganz Asien hochumjubelter Film, „Shaolin Soccer“, am Boxoffice Hongkongs zum dritterfolgreichsten Film aller Zeiten avancierte und durch seine Fußballthematik auch in Europa zum Hit hätte werden können. Gescheitert ist das Vorhaben zum Teil an den unvorteilhaften Synchronisationen, die dem tief im Kantonesischen verankerten Wortwitz jedwede Pointen raubt. Aber vor allem die Umsetzung, die aus "Rücksicht" auf die kommerzialisierte Humorvorstellung des westlichen Kinogängers als zerflederte, um über 17 Minuten verstümmelte Version einen potentiellen Erfolg endgültig zu Nichte machte. Filmfreunde, die ohnehin nicht 3 Jahre warten wollten, haben natürlich schon vorher zur Code 3 DVD gegriffen. „Kung Fu Hustle“ ist nun Chows zweiter Anlauf, um auch dem westlichen Publikum ein schallendes Gelächter aus den Hälsen zu treiben.

Bild 2 zu Kung Fu Hustle
Die Axt-Gang beißt bei den Bewohnern von „Schweinestallgasse“ auf Granit.

Stephen Chow startete seine Karriere - wie manch andere Berühmtheit - als Moderator einer Fernsehsendung für Kinder ("430 Space Shuttle"), danach schlug er sich durch eine Hand voll TV-Sendungen und Serien, bis er schließlich 1988 beim Film angelangte, wo er sich zuerst in Actionfilmen und später rasch als charmanter Scherzkeks einen Namen machte. Den absoluten Durchbruch schaffte er 1990 mit „All for the Winner“ - einer Parodie auf Jing Wongs „God of Gamblers“ mit Chow Yun-Fat - und "Tricky Brains" (1991). In den darauf folgenden drei Jahren wirkte er in über 20 Filmen mit, z.B. "Fight Back to School Trilogie", „Fist of Fury I&II“, „Justice, My Foot“, „Royal Tramp I&II“ oder „A Chinese Odyssey I&II“ - insgesamt 55 Filmrollen in 16 Jahren. „All for the Winners“ war ein solcher Erfolg, dass die Parodie nebst der eigentlichen „God of Gamblers-Trilogie“ von Hongkong-Urgestein Jing Wong höchstpersönlich mit zwei Sequels bedacht wurde; wobei diese eine Art Spin-Off sowohl für „All for the Winners“ als auch „God of Gamblers“ darstellten. Sein Regiedebüt hatte er 1994 mit der romantischen Slapstick-Komödie „Love on Delivery“ und der Bond-Parodie „From Beijing with Love“. Weitere Spaßgranaten folgten wie „God of Cookery“ (1996) oder „The King of Comedy“ (1999). Er machte sich zum Synonym für den Begriff des „mo-le-tau“, was soviel bedeutet wie (kein Hirn) „Nonsenshumor“ - ein Comedy-Subgenre, welches sich gerade durch Chow in Hongkong etabliert hat. Auf der Jagd nach dem „Lacher“ setzt sich Chow ohne Rücksicht über jedwedes Tabu oder auch die Logik hinweg; kritisiert auch hin und wieder auf wunderbar zynische Art und in aller Inkorrektheit die politischen Mechanismen: Hauptsache lustig! Stephen Chow ist ein waschechter Komiker und spielt die meisten seiner Rollen auch dementsprechend selbstdarstellerisch und selbstironisch.

Bild 3 zu Kung Fu Hustle
Mit der Vermieterin ist nicht zu scherzen - wenn sie schreit fliegen die Fetzen.

Die Hauptrolle in „Kung Fu Hustle“ besetzt natürlich Stephen Chow (Sing) selbst, diese steht jedoch weniger im Zentrum als zu erwarten wäre und bietet den anderen Akteuren viel Freiraum. Martial Arts-Liebhabern klingeln die Ohren bei der Cast zu „Kung-Fu Hustle“, denn große Stars des Hongkong-Films geben sich die Ehre. Was hier vor die Kamera tritt, ist so was wie ein kleines, aber feines Treffen der Hongkong-Martial-Arts-Legenden. Eingefleischte Kampfsportler, die schon unzählige Male - oft auch gemeinsam - vor den Kameras standen, deren Namen in ihrer Heimat und Filmgeschichte neben denen von Jet Li, Bruce Lee oder Jackie Chan erscheinen. In „Kung-Fu Hustle“ bieten sie feierlich ein Comeback und eine schrille Hommage an sich selbst. Wah Yuen dürfte Fans des Hongkong-Kinos als „the Magnificent Villain“ bekannt sein, denn er war seit den 70igern in über 100 Filmen zu sehen und mimte vorwiegend den Bösewicht („Eastern Condors“). Am Anfang seiner Filmkarriere stand er für Bruce Lee als Stuntdouble vor der Kamera, später auch als Gegner. In „Kung Fu Hustle“ agiert er jedoch für einmal auf der Seite der Gerechten als gutmütiger und fröhlicher Mietshausbesitzer, der den weiblichen Bewohnern gerne etwas nachstellt. An seiner Seite mit Lockenwicklern im Haar, stets einem Glimmstängel im Mundwinkel und nur mit einem Nachthemd bekleidet spielt Qiu Yuen - Wah Yuen`s Ehefrau - die kratzbürstige Hausherrin. Eine phantastische Figur, die mit Wah Yuen ein kultverdächtiges Pärchen bildet. Auf besonderen Wunsch von Stephen Chow gibt sie ein bemerkenswertes Comeback nach 28-jähriger Filmpause („James Bond 007 – Der Mann mit dem goldenen Colt“). Ebenfalls ein Comeback feiert Siu Lung Leung (Das Biest), der zum ersten Mal seit 1980 - nachdem durch eine politische Kontroverse, welche ein Chinabesuch auslöste, all seine Filme und Serien in Taiwan verboten wurden, was Leung praktisch „arbeitslos“ machte - den Sprung zurück auf die Kinoleinwand schafft. Chiu Chi Ling, der den homosexuellen Schneider spielt, ist ein Meister des „Hung Ga“ Kung-Fu und ein alter Hase im Martial Arts-Filmbusiness („Eagle’s Shadow“, „Duel of the Seven Tigers“). In weitern Rollen sind halbwegs geläufige Gesichter wie Yu Xing (Coolie), Dong Zhi hua (Donut), Kwok-kwan Chan (Bruder Sum) und Kai Man Tin (Berater der Axt-Gang), Xiaogang Feng (Crocodile Gang Boss) und Suet Lam (Axt-Gang Vice-head) zu sehen.

Bild 4 zu Kung Fu Hustle
Die zweitbesten Killer - sie spielen wahrlich die Lieder des Todes.

Chow`s Filme haben größtenteils dieselbe Struktur, welche sich vereinfacht ungefähr so abzeichnet: Ein mittelloser, gutherziger Träumer und Underdog rutscht in eine urkomische, oft aussichtslose Geschichte. Doch am Ende triumphiert er sowohl über seine Gegner als auch über sich selbst und findet nebenbei die Liebe seines Lebens. Seine Filme nehmen alles auf die leichte Schulter und sich selbst zu keinem Zeitpunkt ernst, wodurch das klischeehafte Geschehen selten aufgesetzt wirkt, sondern immer Teil der Parodie ist. Trotzdem vermittelt gerade dies hintergründig eine ehrlichere Wertedarstellung als die ganzen US-Komödien, welche in den letzten 15 Minuten des Films noch eine unnötige Moralbotschaft platzieren. Neben dem gesamten Klamauk und Nonsens springt immer ein Fünkchen „Wahrheit“ rüber, das den Filmen mehr Glaubwürdigkeit verleiht als manch Hollywood-Gedöns. Über die Geschichte von "Kung Fu Hustle" wird an dieser Stelle Stillschweigen bewahrt, denn sie ist mit einigen phantastisch humorvollen Plots versehen, die man am besten unvoreingenommen wirken lässt.

Bild 5 zu Kung Fu Hustle
Ist dieser Brillenfrosch (Siu Lung Leung) tatsächlich die Nr. 1 ?!?

Die Mischung von Martial Arts und Comedy ist eigentlich ein alter Hut, doch Stephen Chow hievt das Ganze auf ein anderes Level. „Kung Fu Huslte“ ist ein wilder Genre-Mix, der nebst dem Martial Arts, Züge von klassischen Gangsterfilmen, Italo-Western und das Flare eines Broadway-Musicals in sich vereint. Dabei wird selbstverständlich alles auf die Schippe genommen, was in irgendeiner Form in den letzten 40 Jahren im Kino die Runde machte. Chow nimmt hierfür auch merklich mehr Rücksicht auf ein breiteres Publikum als sonst, denn anstatt hauptsächlich Hongkong-Filme zu parodieren, bedient er sich auch den internationalen Kinohits wie “Spider-Man”, “The Matrix“, "Crouching Tiger, Hidden Dragon" oder "Hero". “Kung Fu Hustle” ist ein beachtliches Sammelbecken voll schräger Gags und bizarren Ideen. Die einzelnen Figuren sind superb besetzt und von liebevoller Skurrilität, dass man bereits beim Anblick ins Schmunzeln gerät. Mit viel Witz und Innovation wurden die im Comicstil gehaltenen Kämpfe inszeniert: Gewaltige CGI-Effekte und halsbrecherische “Wire-Fu”-Einlagen lassen keine Sekunde der Langeweile zu - solche Kampfstile gab`s schlicht noch nie! Auch etwas blutig geht`s zur Sache. Dafür verantwortlich zeigt sich übrigens kein geringerer als der weltbekannte Actionchoreograf Woo-ping Yuen („Iron Monkey“, „Matrix Trilogie“, "Crouching Tiger, Hidden Dragon", " Kill Bill: Vol. 1 & Kill Bill: Vol. 2“, „Unleashed - Entfesselt“).

Bild 6 zu Kung Fu Hustle
Qiu Yuen und Wah Yuen hauen ordentlich auf den Putz.

Die Inszenierung ist auf technisch hochwertigem Niveau und besticht besonders durch hervorragendes Timing, welches geschickt zwischen den rasanten Action- und Slapstickeinlagen hin und her schaltet. Sowohl die Lachmuskeln als auch die Sehnerven werden ausgiebig beansprucht, aber auch das Trommelfell wird durch einen stimmungsvollen, meist asiatischen Soundtrack stimuliert. Bleibt eigentlich nur noch die Frage offen, ob einem persönlich der eigenwillige Humor von Stephen Chow gefällt oder nicht. Fans dürfen bedenkenlos ins Kino sitzen, sollten sich allerdings möglichst eine untertitelte O-Ton-Fassung anschauen oder gleich die DVD importieren (Ich kenne die dt. Synchronisation nicht, hege jedoch meine berechtigten Zweifel).

Fazit:


Ein irrwitziges Gag-Feuerwerk - Prädikat „Chow“ - mit einem gelungenen Wiedersehen alteingesessener Martial Arts-Stars aus vergangenen Tagen. Ein schräger Genre-Mix, der kaum Wünsche offen lässt und von der ersten bis zur letzten Minute zu unterhalten weiß.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Mr. Blonde

Eingetragen am:

27.05.2005

Aufgerufen:

35763 Mal

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