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 | Hausu |  | | |
Hausu, 1977 | |
|  | deutscher Start: | 2006 | Herstellungsland: | Japan | Regie: | Nobuhiko Obayashi ("Riyuu") |
Drehbuch:
| Chiho Katsura, Nobuhiko Obayashi |
Darsteller: | Kimiko Ikegami, Kumiko Ohba, Yôko Minamida u.a. | Verleih: | Rapid Eye Movies | Genre: | Horror | Länge: | 87 Minuten | FSK:
| ab 16 Jahren |
Website: | Link nicht vorhanden | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Hausu" | |
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Inhalt: Den Tod ihrer Mutter hat die sechzehnjährige Oshare (Kimiko Ikegami) noch nicht verkraftet. Oshare wirkt auf ihre Umgebung wie eine lustige und fröhliche Person, nach innen gekehrt ist sie jedoch voller Trauer und Sehnsucht. Zudem erschwert die neue geliebte ihres Vaters Oshare das Leben. Diese pocht auf sofortigen Mutterersatz. Um genau diesem Stress aus dem Weg zu gehen beschließt sie zusammen mit ihren Freundinnen auf den Landsitz ihrer Tante zu fahren um abzuschalten.
Hausu ist Kitsch und möchte es auch sein! Da die geplante Klassenfahrt ins Wasser fällt, geht Oshares Konzept und dem ihrer Freundinnen auf und sie begeben sich auf die kleine Reise. Doch schon beim Verlassen der gut sortierten Großstadtwelt verändern sich die Normen und alles scheint wie in einem Traum gefangen. Einem Albtraum. |
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| Kritik: Nobuhiko Obayashis „Hausu“ ist kein Horror oder gar Slasherfilm wie wir ihn oberflächlich aus Amerika oder Italien kennen. Eher einer künstlerischen Ader entsprungen, flasht Obayashis Film regelrecht die Sinne der Zuschauer und verwandelt alles in eine blutige Discokugel. In den späten Siebzigern muß „Hausu“ einem Drogenrausch gleichgekommen sein, mit all seiner Trickreichheit und Farbenpracht sowie tonnenweise postmodernem Kitsch. Obayashi setzt sehr viel Wert auf fetzige Farben und künstlerische Gestaltung, ein Film der sich selbst zu ernst nimmt würde mit diesem Konzept untergehen. Doch ihn als lustigen, dafür aber extrem kreativen Albtraum mit Lachgarantie zu präsentieren, kommt „Hausu“ nur zu Gute. Schon der Anfang strahlt nur so vor schrägen Einfällen und komischen Ide en. Ernst zu nehmende Szenen, etwa ein Rückblick auf die verstorbene Mutter, werden teilweise in schwarz-weiß präsentiert, doch auch hier verfremdet Obayashi einzelne Bilder um die Szenerie drastischer darzustellen. Etwa der Einsatz, einzelner farblich belassenen Elementen drängen sich hier gerne in den Vordergrund.
Wunderschöne Rückblenden. Die sündige Stadt lässt grüßen. Obayashis Bastelstudie „Hausu“ ist in seiner ganzen Pracht kaum zu vergleichen. Einige Dario Argento Filme sind ähnlich farbenfroh und durchgestylt, doch haben bis auf die Tatsache das ein gruseliges Haus zum Täter wird, mit „Hausu“ nichts weiter gemeinsam, Argentos Filme sind zudem viel ernster und atmosphärisch dem puren Horrorfilm verschrieben. „Hausu“ ist heute einfach nur extrem lustig und bot auch damals keine wirkliche Gruselstimmung, denn auf atmosphärische Ausflüge und nervenschädigende Schockmomente ist er nicht ausgelegt. Weniger extrem in Sachen Darstellung ist Obayashis Streifen jedoch nicht.
Obayashis trickreiches Inferno. Absurd gewalttätige Szenen in denen die Mädels auseinandergenommen werden und mit dem Horrorhaus der Tante verschmelzen, gibt es zu genüge. Genau hier liegen auch die Höhepunkte des Filmes, wir finden sie in seiner Verrücktheit und Absurdität wieder. Einzelne, abgetrennte Finger bringen ein menschenfressendes Klavier zum tanzen (Regisseur Obayashi spielt selbst Piano), schwebende Gegenstände und Körperteile wirbeln umher und verursachen reines Chaos. Das nach Jungfrauen gierige Haus und die Zaubertante geraten in den Mittelpunkt und geben das Tempo an.
Das Blutbad ist angerichtet. Die einzelnen Charaktere werden in dieser Irrfahrt kurz aber reizend vorgestellt, sei es die fresssüchtige „Mac“ die gerade-zu treffend eingeleitet wird, oder die quirlige „Kung-Fu“ die immer wieder ihrer Rolle als Kämpferin gerecht werden muss. Oshares Tantchen mutiert kurz nach dem aufeinandertreffen mit den Mädchen zur magischen Fadenzieherein des blutrünstigen Hauses. Doch komplex wird die Entwicklung der Charaktere zu keiner Zeit. „Hausu“ bleibt unaufhaltbar verrückt und knallig. Es ist eben ein durch geknallter Film in dem Stop-Motion Technik, ausgeschnittene und übermontierte Bilder sowie malerische Hintergründe die Szenerie bestimmen und wirken lassen. |
| | Fazit: Spaß und Freude am Film ist garantiert, allerdings muss einem bewusst sein, dass man sich mit „Hausu“ auf einen Trip abseits jeglicher Ordnung und Vernunft begibt. Realistische Handlungen wurden von vornherein ausradiert oder künstlerisch entfremdet, eine extrem bunte und knallige Mixtur aus Horrorfilm und Kunst bleibt übrig. |
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