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Die Frau in den Dünen

 

Suna no onna, 1964

 
Poster zu 'Die Frau in den Dünen' kaufen

deutscher Start:

1966

Herstellungsland:

Japan

Regie:

Hiroshi Teshigahara ("Rikyu")

Drehbuch:

Kôbô Abe

Darsteller:

Eiji Okada, Kyôko Kishida, Hiroko Ito

Verleih:

-

Genre:

Drama

Länge:

141 Minuten

FSK:

nicht bekannt

Website:

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Inhalt:


Der in Tokio lebende Lehrer und Insektenforscher Niki Jumpai (Eiji Okada) hat nur ein Ziel vor Augen, ein Insekt zu finden welches vor seiner Entdeckung noch nie zuvor in einem Lehrbuch registriert wurde. Somit macht er sich auf in eine weitläufige, unübersichtliche Dünenlandschaft um dort seinem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Nach mehreren Stunden der Forschung, die ohne ein zufriedenstellendes Resultat endete, verpaßt Jumpai den letzten Bus zurück in die Großstadt.

Bild 1 zu Die Frau in den Dünen
Niki Jumpai hat den letzten Bus verschlafen.

Er trifft auf einen, in den Dünen einheimischen alten Mann der ihm einen unkomfortablen Schlafplatz anbietet, der in einem kleinen Dorf in den Dünen liegt. Die kleine Hütte inmitten eines tiefen Sandloches, bewohnt von einer namenlosen Frau (Kyôko Kishida) in seinem Alter, soll ihm eine Nacht Schutz vor den Sandmassen und Stürmen bieten. Doch es kommt für den westlich angepassten Mann mit Kamera und feiner Kleidung zu einer, aus seiner Sicht nicht tragbaren Situation. Er wird dort gegen seinen Willen festgehalten und gezwungen sich dem Leben der Dünenbewohner anzupassen.

Kritik:


Nach Kôbô Abes Roman entwarf der ehemalige Dokumentarfilmer Teshigahara (Pitfall, 1962) dieses avantgardistische Meisterwerk voller Anspielungen und übertragbarer Bildgewalt. Nach dem zweiten Weltkrieg angesiedelt, zeigt uns „Die Frau in den Dünen“ wie sehr sich nicht nur Jumpai, sondern der Großteil Japans dem westlichen Einfluss angepaßt hat. Im Fall des Filmes ist es natürlich Jumpai der diese Veränderung verdeutlicht. Mit seiner Kamera (fortgeschrittene Technik) und seinem westlichen Kleidungsstil gerät er wieder zurückversetzt in eine Zeit, die er und das Volk nach dem Krieg zurückgelassen hat. Den Film über kämpft Niki Jumpai immer wieder gegen diese Gefangenschaft, doch muß sich letztendlich dem Leben in den Dünen anpassen. Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes und der Wendung der Ideologie seitens der Bevölkerung gerät der Lehrer wieder in genau solch eine Situation des zwanghaften Anpassens, nur diesmal (vorläufig) nicht in seinem Sinne.

Bild 2 zu Die Frau in den Dünen
Hypnotisch: Sand fließend wie Wasser.

"Die Frau in den Dünen" ist eine hervorragende und zugleich faszinierende Parabel auf die Anonymisierung der Menschen. Namen sind Schall und Rauch, wenn erfährt man sie zum Schluss des Filmes oder überhaupt nicht. Teshigahara thematisiert den Mensch im Bezug auf die Gesellschaft und seiner Gegensätzlichkeit, lässt aber auch Parallelen zu, zumindest spielen diese im Kopf des Zuschauers keine minderwertige Rolle. Der wellenartige Sand, fast unendlich wie ein Blick hinaus auf das weite Meer schafft einen gewichtigen Gegenpart. Dieser stellt (trotz seiner Schönheit) die vom Menschen getragene Last dar, scheint unüberwindbar und nur sich selbst zu dienen. Doch er fließt auch tief in den menschlichen Geist ein und formt Bewusstsein und Selbsterkennung. Genau hier wirkt “Die Frau in den Dünen” wie kaum ein anderer Film zuvor. Symbolisch, rätselhaft und fremd, doc h auf seine Art und Weise so nah - dass das Grundkonzept in seiner Vollendung prächtig und unverkennbar wie ein Pfahl fest im Boden verankert ist.

Bild 3 zu Die Frau in den Dünen
Die Frau: hat ihren neuen Mann fest in ihren Schlingen.

Was an Story, Hintergrund und Dramatik geboten wird ist schon interessant genug um daraus einen Film entstehen zu lassen, doch Teshigahara verpackt diese einmalige Geschichte in einen fantastischen, bildgewaltigen Sog der künstlerischen Freiheit. Man erkennt Teshigaharas früheren Dokumentarstil in den Bildern wieder und er schafft es, den Zuschauer durch seine faszinierenden Bilder in einen Bann der ausnahmslosen Angst einzufangen, festzuhalten und nicht mehr frei zu lassen. Genau wie Jumpai eingesperrt, ist es kaum mehr möglich von den wunderschönen Bildern und Szenen abzulassen.

Bild 4 zu Die Frau in den Dünen
Die Dünenbewohner haben einen Pakt mit Jumpai geschlossen.

Unterstützt werden Teshigaharas Bilder durch die Musik von Tôru Takemitsu, der hier ein gruseliges Klangspiel darbietet. Er stimuliert gekonnt die klaustrophobischen Ängste des Zuschauers und erzeugt bodenlose Atmosphäre. Einige der Klänge und Töne wirken wie ein dämonischer Tanz, gespickt von Trommelschlägen und aufschreienden Stimmen/Schreien. Der unendliche Sand der durch den wehenden Wind seine Wellen schlägt, oder das herunter rieseln des Sandes durch das löchrige Dach der kleinen Behausung sind nur Bruchteile dessen, was es optisch sowie akustisch zu entdecken gibt. Eine Vielfalt solcher Leckerbissen wird wunderschön präsentiert und einzigartig filmisch wie dokumentarisch festgehalten.

Fazit:


"Die Frau in den Dünen" ist eine grandiose, tiefgehende Studie über die Einsamkeit, Anpassung, Gefangenschaft und die besonderen Werte im Leben denen ein wenig mehr Aufmerksamkeit zugewandt werden sollte. Ebenso wird die Beziehung des einzelnen Menschen zur Gesellschaft dargestellt. Trotz geringem Budget schaffte Teshigahara mit “Die Frau in den Dünen” einen atemberaubenden Film mit hypnotischen Bildern und einer nicht enden wollenden Spannung.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Florian

Eingetragen am:

01.01.2007

Aufgerufen:

12748 Mal

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